Friedliche Lösung im Korea-Konflikt könnte scheitern

US-Präsident Donald Trump zieht das Scheitern einer diplomatischen Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea ins Kalkül. Er hoffe zwar, dass die Krise friedlich gelöst werden könne, sagte Trump gestern in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters im Weißen Haus. „Aber es ist sehr gut möglich, dass das nicht gelingt.“

Gleichzeitig erhob der US-Präsident schwere Vorwürfe gegen Russland. Die Regierung in Moskau helfe Nordkorea dabei, die internationalen Sanktionen zu unterlaufen. „Russland hilft uns bei Nordkorea überhaupt nicht.“

„Aber sie sind nah dran“

Dagegen lobte er China für seine Bemühungen, die Öl- und Kohlelieferungen an das kommunistische Land zu unterbinden, auch wenn die Regierung in Peking mehr tun könnte. Die chinesische Hilfe werde allerdings durch Russland zum Teil aufgehoben: „Russland macht einen Teil dessen zunichte, was China leistet.“

Noch sei Nordkorea nicht in der Lage, die USA mit Raketen anzugreifen, ergänzte Trump: „Sie sind noch nicht so weit, aber sie sind nah dran. Und jeden Tag kommen sie dem näher.“ Nach dem Test einer Interkontinentalrakete im November erklärte die Führung in Pjöngjang, das gesamte Gebiet der USA läge in der Reichweite nordkoreanischer Atomangriffe.

„Sie haben unsere Präsidenten ausgenutzt“

Während des knapp einstündigen Interviews äußerte Trump Zweifel, ob ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un den Konflikt entschärfen könnte. „Ich bin nicht sicher, ob Gespräche zu irgendetwas Sinnvollem führen könnten“, sagte Trump. Auch Verhandlungen seiner Vorgänger hätten Nordkorea nicht dazu gebracht, bei seinem Raketen- und Atomprogramm einzulenken. „Sie haben 25 Jahre gesprochen, und sie haben unsere Präsidenten ausgenutzt, unsere früheren Präsidenten ... Ich würde mich hinsetzen, weiß aber nicht, ob das das Problem lösen würde.“