Türkei greift kurdische Dörfer in Nordsyrien an

Die türkische Armee hat in der Nacht auf heute mit heftigem Beschuss kurdischer Dörfer in der syrischen Grenzregion Afrin begonnen. Nach Angaben der Kurdenmiliz YPG schlugen etwa 70 Granaten in mehreren Ortschaften ein. Der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli sagte, damit habe de facto die seit Tagen angekündigte Offensive gegen die YPG begonnen.

Soldaten hätten die Grenze aber noch nicht überschritten, sagte der Minister dem Sender A Haber. Seine Regierung stimme sich weiter mit Russland über die Militäraktion ab. Russland unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Kampf gegen die Aufständischen.

Kurdische Milizen im Visier

Die türkische Regierung hat angekündigt, in Afrin sowie im 100 Kilometer östlich gelegenen Manbidsch einzugreifen, um gegen die kurdische Miliz YPG vorzugehen. Das Gebiet südlich davon wird von syrischen Truppen beherrscht. Die Türkei verfolgt das Erstarken kurdischer Milizen in Syrien schon lange mit Argwohn.

Die Regierung in Ankara betrachtet die YPG als Schwesterorganisation der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), die in der Türkei seit Jahrzehnten für mehr Autonomie der Kurden kämpft. In dem Konflikt sind Zehntausende Menschen getötet worden.