Weltwirtschaftsforum startet mit Warnung vor Abschottung

Mit Warnungen vor der zunehmenden Abschottung einzelner Staaten hat in Davos in der Schweiz das Weltwirtschaftsforum (WEF) begonnen. „Die Kräfte des Protektionismus erheben ihre Köpfe gegen die Globalisierung“, sagte Indiens Regierungschef Narendra Modi gestern in seiner Eröffnungsrede. Er verwies auf neue Zölle sowie stockende Verhandlungen bei internationalen Handelsverträgen.

Modi stellte sich damit deutlich gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump, dessen Regierung erst zu Wochenbeginn neue Strafzölle auf Waschmaschinen und Solarpaneele bekanntgegeben hatte.

Der Schweizer Präsident Alain Berset sagte: „Misstrauen vor Multilateralität und Freihandel verstärkt bestehende Klüfte und vertieft sie noch.“ Wer sich vor Zusammenarbeit fürchte, ziehe sich aus der Welt zurück, so Berset. „Furcht ist kein Treibstoff für Innovationen.“

Rede Trumps am Freitag

Trump wird am Donnerstag in Davos erwartet. Seine Rede ist zum Abschluss der viertägigen Tagung am Freitag geplant. Gerätselt wird in Davos, was Trumps genaue Botschaft sein wird. Das Weltwirtschaftsforum selbst hat sich den weltweiten Freihandel auf die Fahnen geschrieben.

Insgesamt diskutieren in dem Schweizer Alpenort mehr als 3.000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unter dem Motto „Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrissenen Welt“.

Modi kritisiert mangelnden Willen im Kampf gegen Klimawandel

Modi nannte außer wachsendem Protektionismus und internationalem Terrorismus den mangelnden Willen im Kampf gegen den Klimawandel als größte Gefahr heutzutage: „Wir haben die Natur ausgenutzt.“

Zwar sprächen alle davon, den Ausstoß schädlicher Emissionen zu senken. Aber nur wenige Regierungen seien wirklich willens, klimafreundliche Technologien mit Schwellen- und Entwicklungsländern zu teilen. Damit distanzierte sich Modi auch bei diesem Thema von Trump, der etwa aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen will.

Blackstone-Chef lobt Trump

Unterstützung für den Kurs des US-Präsidenten kam indes vom einflussreichen Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone, Steven Schwarzman. Das mache die Vereinigten Staaten wettbewerbsfähiger.

„Die USA sind der ‚place to be‘ in der entwickelten Welt“, sagte Schwarzman. Er erwarte, dass viele Konzerne nun im Land investierten. Trump hatte die Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent gesenkt.