Stoltenberg mahnt Türkei: Gewalteinsatz muss maßvoll sein

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Türkei aufgerufen, bei der Offensive in Syrien Augenmaß zu bewahren. „Alle Staaten haben das Recht, sich selbst zu verteidigen, aber das Vorgehen muss verhältnismäßig und maßvoll sein“, sagte der Norweger heute Abend.

Zugleich äußerte er allgemein Verständnis für die Regierung in Ankara. „Die Türkei gehört zu den NATO-Staaten, die am stärksten unter Terrorismus leiden“, sagte er.

Stoltenberg: Bündnispartner wussten Bescheid

Stoltenbergs Angaben zufolge hat die Türkei die Bündnispartner in dieser Woche über die Militäroperationen in der kurdisch kontrollierte Region Afrin unterrichtet.

Eine Sprecherin hatte zuvor bereits bestätigt, dass über die Lage in Nordsyrien am Dienstag bei einem Botschaftertreffen gesprochen wurde. Es habe zu dem Thema eine „informelle Unterrichtung“ des US-Sonderbeauftragten für die Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, gegeben, sagte sie.

Dass sich die NATO als Ganzes klar kritisch zu der türkischen Militäroffensive äußern wird, ist nahezu ausgeschlossen. Stellungnahmen des Bündnisses zu aktuellen Themen müssen nämlich die Zustimmung aller Mitgliedsstaaten haben - also auch die der Türkei.