Kurdische Demonstration wegen UNO-Syrien-Gesprächen

Anlässlich der UNO-Syrien-Gespräche in Wien hat heute eine prokurdische Demonstration vor der UNO-City stattgefunden. Die Aktivisten und Aktivistinnen forderten von allen „demokratischen Mächten“, die „völkermörderische Invasion“ der Türkei in der nordsyrischen Region Afrin zu verurteilen.

An der vom Demokratischen Gesellschaftskongress der KurdInnen in Europa (KCDK-E) organisierten Demonstration nahmen laut Polizeiangaben rund 200 Personen teil. In einem Flugblatt bezeichnete der KCDK-E die Militäraktionen der Türkei gegen die Kurdenmiliz YPG als „Kriegsverbrechen“. Der Angriff der Türkei gegen die Menschen in Afrin sei ein eklatantes Verbrechen gegen die Menschlichkeit und unterscheide sich nicht von den Straftaten, die die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begangen habe, hieß es weiter.

Vorwurf: Türkei arbeitet mit Al-Kaida zusammen

Der KCDK-E wirft der Türkei vor, ein Flüchtlingslager bei Rubar mit Kampfflugzeugen angegriffen zu haben. Die kurdische Organisation behauptet zudem, die Türkei führe die Militäroperation zusammen mit der Terrororganisation Al-Kaida und der Freien Syrischen Armee (FSA) durch, die gegen das syrische Regime kämpft. „Dieser neue blutige Konflikt wird die Region in eine neue Katastrophe stürzen“, so das Flugblatt weiter.

Die Demonstranten und Demonstrantinnen forderten von der UNO, die Angriffe der Türkei zu unterbinden, da sie „Hunderttausende Menschen“ in Afrin zum Ziel hätten. Zudem verlangten sie - teils YPG-Fahnen schwenkend - die Bildung von Schutzzonen. Die neunten UNO-Syrien-Gespräche finden noch bis morgen in Wien statt.

Die Türkei bekämpft in der „Operation Olivenzweig“ im Norden Syriens die YPG, die sie als Ableger der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ansieht. Die von den USA ausgebildete YPG sollte zusammen mit den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) eine Pufferzone an der Grenze zur Türkei bilden. Eine von der YPG kontrollierte Zone an der türkischen Südgrenze ist für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan inakzeptabel.