Vergewaltigungsvorwürfe: Klage gegen Musikproduzenten

Die Filmemacherin Jennifer Jarosik hat den Hip-Hop-Produzenten Russell Simmons wegen Vergewaltigung verklagt. Die 37-Jährige fordert fünf Millionen Dollar (4,05 Millionen Euro) Entschädigung für die psychische Belastung und die Behandlung einer Depression, wie aus der gestern bei einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klageschrift hervorgeht.

Jarosik wirft Simmons vor, sie im August 2016 unter dem Vorwand, über einen ihrer Filme sprechen zu wollen, in sein Haus gelockt und vergewaltigt zu haben. Sie hoffe, die Klage werde die Hip-Hop-Industrie zu der Erkenntnis zwingen, dass sie ihren „Frauenhass und die Diskriminierung von Frauen“ beenden müsse, erklärte Jarosik. Simmons reagierte zunächst nicht auf die Klage.

Simmons bestreitet Vorwürfe

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Frauen dem 60-Jährigen sexuellen Missbrauch vorgeworfen, die Fälle scheinen jedoch länger zurückzuliegen. Jarosik ist offenbar die erste Frau, die gerichtlich gegen den Musikproduzenten vorgeht. Simmons bestritt bisher, jemals gegenüber Frauen gewalttätig gewesen zu sein. Gleichzeitig versicherte er der „#MeToo“-Bewegung seine Unterstützung und trat aus den von ihm gegründeten Firmen aus.

Simmons ist eine der prägenden Figuren in der Geschichte des Hip-Hop. Gemeinsam mit Rick Rubin gründete er Mitte der 80er Jahre das Plattenlabel Def Jam und trug damit maßgeblich zur Verbreitung des Hip-Hop bei. Bei Def Jam standen Hip-Hop-Größen wie Public Enemy, die Beastie Boys und LL Cool J unter Vertrag.