Amnesty prangert Verhaftungen in Saudi-Arabien an

Zwei Menschenrechtsaktivisten haben in Saudi-Arabien nach Angaben von Amnesty International gestern harte Strafen erhalten. Ein Gericht in Riad verurteilte Mohammad al-Otaibi und Abdullah al-Attawi zu 14 beziehungsweise sieben Jahren Haft, teilte die Organisation mit. Gleichzeitig forderte sie die sofortige Freilassung aller politischen Häftlinge in dem Land.

Amnesty wertete die harten Strafen als Zeichen dafür, dass die neue Führung unter Kronprinz Mohamed bin Salman die Zivilgesellschaft zum Schweigen bringen wolle. Fast alle prominenten Menschenrechtsaktivisten des Landes seien „jetzt hinter Gittern“, sagte Amnestys Nahost-Direktor Samir Hadid. Er forderte die „sofortige und bedingungslose Freilassung aller politischen Häftlinge und Menschenrechtsaktivisten“.

Otaibi und Attawi wurden unter anderem der Spaltung der nationalen Einheit, der Verbreitung von Chaos und der Veröffentlichung von für das Königreich schädlichen Inhalten beschuldigt, wie Amnesty mitteilte. Otaibi hatte im Jahr 2013 die Union für Menschenrechte in Riad gegründet, die einen Monat später von den Behörden verboten wurde. Er setzte seine Arbeit trotzdem fort.