Mount-Everest-Chronistin Hawley mit 94 Jahren gestorben

Die als Chronistin des Mount Everest bekannte US-Journalistin Elizabeth Hawley ist tot. Hawley, die fünf Jahrzehnte lang über Besteigungen des höchsten Berges der Welt Buch führte, starb heute in einem Krankenhaus in Nepals Hauptstadt Kathmandu, wie ihre behandelnde Ärztin Prativa Pandey der Nachrichtenagentur AFP sagte.

US-Journalistin Elizabeth Hawley

AFP/Bikashi Karki

Die 94-Jährige war vor einer Woche an einer Lungeninfektion erkrankt und erlitt später vermutlich einen Schlaganfall. „Sie hatte einen sehr friedlichen Tod“, sagte ihre Ärztin.

„Sherlock Holmes der Bergsteigerwelt“

Die am 9. November 1923 in Chicago geboren Hawley war 1959 als Journalistin nach Nepal gekommen. Sie gründete dort die Himalayan Database, ein penibel geführtes Archiv über Gipfelbesteigungen und Rekordversuche in der Region. Obwohl sie selbst nie einen Berggipfel im Himalaya erklomm, galt sie als Autorität am Dach der Welt.

Mit ihrem himmelblauen VW Käfer, Baujahr 1965, fuhr sie durch Kathmandu, um Kletterer zu treffen und zu befragen. „Ich bin ziemlich energisch, komme zum Punkt, meinen Fragen kann man nur schwer ausweichen“, sagte sie der AFP im Jahr 2014. Der Everest-Pionier Sir Edmund Hillary nannte Hawley den „Sherlock Holmes der Bergsteigerwelt“. Vor einigen Jahren gab sie dann die Leitung der Himalaya-Datenbank ab.