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Hochkarätige Auftritte

Die Grammy-Verleihung am Sonntag ist heuer weniger im Zeichen des Hip-Hop gestanden als erwartet. Denn nicht der als Hauptfavorit gehandelte Rapper Jay-Z räumte ab, sondern der R&B-Sänger Bruno Mars. Der siebenfach nominierte Rapper Kendrick Lamar rettete das Genre mit immerhin fünf Grammys.

Doch die Hauptpreise gingen an Bruno Mars. Er gewann mit dem Titel „24K Magic“ und dem gleichnamigen Album unter anderem die begehrtesten Auszeichnungen: für das beste Album, die beste Aufnahme und das beste Lied des Jahres („That’s What I like“). Insgesamt nahm der sechsfach gesetzte Musiker tatsächlich sechs der begehrten Trophäen mit nach Hause.

Kendrick Lamar

Reuters/Lucas Jackson

Kendrick Lamar eröffnete die Show. Der Rapper holte fünf Grammys - unter anderem für das beste Rap-Album.

Zur Überraschung vieler ging der achtfach nominierte Rapper Jay-Z bei der Gala Sonntagnacht im New Yorker Madison Square Garden indes völlig leer aus. Mars stach neben Jay-Z unter anderen Childish Gambino mit dessen Titel „Redbone“ und den Megahit „Despacito“ von Luis Fonsi & Daddy Yankee mit Justin Bieber aus. Lamar gewann in den weniger beachteten Kategorien das beste Rap-Album und den besten Rap-Titel.

„Beste Orchesterperformance“ für Vorarlberger

Ein Grammy ging auch an einen Österreicher. Der Vorarlberger Manfred Honeck erhielt mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra einen der begehrten Preise in der Kategorie „Beste Orchesterperformance“. Ausgezeichnet wurde der Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra für die 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch und das Adagio von Samuel Barber - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Alessia Cara

APA/AFP/Don Emmert

Die kanadische Singer-Songwriterin Alessia Cara freut sich über einen Grammy für den besten Nachwuchsstar

Die deutschen Elektropioniere Kraftwerk erhielten in der Sparte Dance-/Electronic-Album einen Grammy für „3-D The Catalogue“ - eine Sammlung von Audio- und Videoaufnahmen von Kraftwerk-Liveauftritten. Die junge kanadische Singer-Songwriterin Alessia Cara („Scars to Your Beautiful“) gewann den Preis als beste neue Künstlerin des Jahres.

Postume Preise für Carrie Fisher und Leonard Cohen

Schauspielerin Carrie Fisher („Star Wars“) wurde postum mit einem Grammy geehrt. Den Preis bekam sie für ihr Hörbuch „The Princess Diarist“. Darin erzählt Fisher von ihren Erinnerungen an die Dreharbeiten zum ersten Teil der „Star Wars“-Saga. Die Darstellerin von Prinzessin Leia war im Dezember 2016 im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Auch der Sänger, Songwriter und Dichter Leonard Cohen wurde postum geehrt. Für sein Lied „You Want It Darker“ gewann er den Preis für die beste Rock-Performance. Cohen war im November 2016 im Alter von 82 Jahren gestorben.

Rihanna

Reuters/Lucas Jackson

Glanzvoller Soloauftritt von Rihanna

Elton John, Pink, Rihanna und Hillary

Eröffnet wurde die Show mit einem politisch gefärbten Auftritt von Kendrick Lamar. Er performte seinen Titel „XXX“ an der Seite der U2-Mitglieder Bono und The Edge. Der Rapper erschien vor amerikanischen Flaggen und an der Seite zahlreicher Tänzer in Camouflage-Uniform auf der Bühne. Kurz darauf übernahm Moderator James Corden, der wie im vergangenen Jahr durch den Galaabend führt.

Elton John und Miley Cyrus

Reuters/Lucas Jackson

Miley Cyrus in klassischer roter Robe, am Klavier begleitet von keinem Geringeren als Elton John

Die dreieinhalbstündige Show war gut gefüllt mit hochkarätigen Auftritten: Neben Mars, Lamar und Childish Gambino kamen unter anderen Elton John, Pink und Rihanna auf die Bühne. Die ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hatte neben Rapperin Cardi B, John Legend, Cher und Snoop Dogg einen Sketchauftritt, in dem sie aus dem Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ („Feuer und Zorn“) über den Wahlkampf und die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump vorlas.

Weiße Rosen statt schwarzer Kleidung

Die sonst in Los Angeles heimische Verleihung fand dieses Jahr erstmals seit 2003 in New York statt. Mehrere Musiker trugen zur Gala eine weiße Rose am Revers oder in der Hand als Zeichen der Solidarität mit der „Time’s Up“-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe. Darunter waren Lamar, Lady Gaga, Miley Cirus, Khalid, Sam Smith, Janelle Monae und Alessia Cara.

Anna Kendrick

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Weiße Rose als Zeichen der Solidarität mit der „Time’s Up“-Bewegung: US-Schauspielerin und Sängerin Anna Kendrick

Die weiße Rose galt bei der Verleihung in New York als Pendant zur schwarzen Kleidung, in der Prominente bei der Golden-Globe-Gala Anfang Jänner erschienen waren. Die Grammy-Aktion hatte mit einem Aufruf der Gruppe „Voices in Entertainment“ von 14 Frauen begonnen, die in führenden Positionen in der Musik- und Unterhaltungsindustrie in den USA arbeiten. Die weiße Rose stehe historisch für „Hoffnung, Frieden, Sympathie und Widerstand“, schreiben die Gründerinnen.

„Es passiert auch genau hier in unserer Branche“

Die US-Musikerin und Schauspielerin Janelle Monae forderte bei der Gala ein Ende der männlichen Vorherrschaft in der Musikindustrie. „Die Zeit der ungleichen Bezahlung, der Diskriminierung und Belästigung jeder Art und des Missbrauchs von Macht ist um“, sagte Monae auf der Bühne des Madison Square Garden.

Janelle Monae

APA/AFP/Getty Images/Kevin Winter

Einen wichtigen Akzent setzte Sängerin und Schauspielerin Janelle Monae: „Es passiert nicht nur in Hollywood.“

„Es passiert nicht nur in Hollywood, es passiert nicht nur in Washington. Es passiert auch genau hier in unserer Branche“, sagte sie in Richtung „derjenigen, die es wagen, uns zum Schweigen zu bringen“.

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