Iranische Anti-Kopftuch-Demonstrantin angeblich frei

Eine Iranerin, die vergangenen Monat in der iranischen Hauptstadt Teheran aus Protest ihr Kopftuch abgenommen hatte und daraufhin verhaftet wurde, ist angeblich aus der Haft freigelassen worden.

Das twitterte heute Resa Chandan, der Ehemann der renommierten Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh. Die iranischen Medien berichteten bis jetzt weder über ihre Festnahme noch über eine Freilassung.

Über die Frau wurde bisher nur in Sozialen Netzwerken berichtet, zusammen mit einem Screenshot aus einem Video. Sie habe am 27. Dezember im Zentrum Teherans minutenlang ihr Kopftuch abgenommen, um gegen der Kopftuchzwang im Iran zu protestieren. Angeblich wurde sie dann von der Polizei festgenommen und inhaftiert, da sie gegen das Kopftuchgesetz verstoßen hatte.

Weitere Aktivistin festgenommen?

Kurz nach der angeblichen Freilassung wurde eine weitere Aktivistin mutmaßlich festgenommen. Nach Berichten in Sozialen Netzwerken tauchte die Frau angeblich auf dem selben Platz auf wie die erste Demonstrantin - in der Enghelab-Straße mitten in der Hauptstadt Teheran.

Bilder zeigten die junge Frau, wie sie ihr weißes Kopftuch abnimmt und es als Fahne an einem Stock aufhängt. Nach Angaben von Augenzeugen wurde die noch nicht identifizierte Frau von der Polizei festgenommen. Sie wollte ebenfalls gegen den Kopftuchzwang im Iran protestieren.

Laut Frauenaktivistinnen in Teheran wollen Frauen genau das tun, was die Regierung als das legitime Recht der Bürger bezeichnet hatte, nämlich friedlich gegen staatliche Maßnahmen protestieren, die ihnen nicht gefallen.

Pflicht ab neun

Im Iran müssen alle Frauen und Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie einen langen, weiten Mantel tragen, um Haare und Körperkonturen zu verbergen.

Die Anwältin Sotudeh, die 2012 mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet wurde, gab vergangene Woche bekannt, dass es sich bei der Frau um die 31-jährige Wida Mowahed handle. Sie sei Mutter eines 20 Monate alten Kindes. Sotudeh wollte unbedingt ihren Fall übernehmen, wusste aber zu dem Zeitpunkt noch nicht, wo die Frau inhaftiert sei.