Neue Syrien-Verfassung soll unter UNO-Leitung entstehen

Bei den Syrien-Friedensgesprächen im russischen Sotschi soll unter der Leitung der Vereinten Nationen (UNO) eine neue Verfassung für das Bürgerkriegsland entworfen werden. Der UNO-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, werde die geplante Verfassungskommission leiten, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax heute unter Berufung auf offizielle Unterlagen.

Die Regierung in Moskau lud für heute und morgen zu dem Treffen in Sotschi ein. Sie setzt darauf, dass bei der Begegnung in dem Ferienort am Schwarzen Meer auch Gespräche über eine Verfassung in Gang kommen. Das Moskauer Präsidialamt erklärte, das Fernbleiben einiger Oppositioneller sei für die Konferenz kein schwerer Rückschlag.

Opposition boykottiert Gespräche

Die syrische Opposition hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Gespräche in Sotschi zu boykottieren. Russland steht hinter ihrem Gegner, dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Die Konferenz ist Teil von Friedensbemühungen, die Russland seit geraumer Zeit mit der Türkei und dem Iran vorantreibt. Die drei Länder hatten auch Treffen in der kasachischen Hauptstadt Astana organisiert.

Einen Tag vor den Gesprächen in Sotschi kam es in Syrien in einem Gebiet mit Hunderttausenden eingeschlossenen Zivilisten wieder zu schweren Gefechten. Die Menschen in Ghuta leiden den Vereinten Nationen zufolge unter der schwersten Hungersnot, die es in dem Bürgerkrieg gegeben hat.