Türkei bestätigt Einsatz deutscher Panzer gegen Kurden

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Die Türkei hat Deutschland den Einsatz von Leopard-2-Panzern bei der Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG bestätigt. „Nach Angaben der türkischen Regierung finden aus Deutschland gelieferte Leopard-2A4-Panzer im Rahmen der am 20. Jänner 2018 begonnenen Operation ‚Olivenzweig‘ der türkischen Streitkräfte Verwendung“, heißt es in einem Bericht des deutschen Wirtschaftsministeriums an den Bundestag.

„Erkenntnisse zu konkreten Einsätzen liegen der Bundesregierung nicht vor“, schreibt das Ministerium in dem gestern bekanntgewordenen Bericht. Deutschland hatte der Türkei bis Ende 2011 insgesamt 354 Kampfpanzer des Typs Leopard 2 geliefert und dem NATO-Partner für deren Einsatz keine Auflagen gemacht.

Auf Bildern der türkischen Offensive gegen die YPG waren in den vergangenen Tagen immer wieder Leopard-2-Panzer zu sehen. Die deutsche Bundesregierung äußerte sich zum Einsatz der Panzer bisher nur sehr zurückhaltend.

Luftangriffe beschädigen Tempel in Afrin

Die YPG, gegen die sich der türkische Einsatz richtet, wurde lange von den USA im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt. Zuletzt sagten die USA der Türkei nach Angaben aus Ankara zu, die YPG nicht länger mit Waffen ausrüsten zu wollen. Die Türkei hält die YPG für eine Extremistengruppe und eine Schwesterorganisation der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK).

Türkische Kampfjets sollen indes in der syrischen Region Afrin einen 3.000 Jahre alten hittitischen Tempel schwer beschädigt haben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien und die syrische Antikenbehörde teilten am Vortag mit, der Luftangriff am Freitag habe die Tempelanlage von Ain Dara getroffen, die aus der aramäischen Ära zwischen 1300 und 700 vor Christus stammt. Die neohittitische Anlage sei teilweise zerstört.

„Einer der wichtigsten Bauten der Aramäer“

Die Antikenbehörde in Damaskus sprach von einem Angriff auf „einen der wichtigsten Bauten der Aramäer in Syrien im ersten Jahrtausend vor Christus“. Der frühere Antikendirektor Maamun Abdelkarim sagte, der Tempel sei 1982 entdeckt worden und sei bekannt für seine „außergewöhnlichen kolossalen Basaltlöwen“. Abdelkarim beklagte, dass „3.000 Jahre Zivilisation bei einem Luftangriff zerstört“ worden seien.

Zerstörter Tempel in Ain Dara

APA/AP/ANHA

Die Anlage sei zu 60 Prozent zerstört, so die Beobachtungsstelle, die der syrischen Opposition nahesteht und ihre Informationen von Aktivisten an Ort und Stelle bezieht. Abdelkarim verglich die Zerstörung von Ain Dara mit der Sprengung des Bal-Tempels in Palmyra durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der frühere Antikendirektor äußerte zudem Sorge um die Sicherheit anderer antiker Stätten im Nordwesten Syriens.