Britische „Brexit“-Studie: Kein Kommentar von EU

Die EU-Kommission will eine britische Studie nicht kommentieren, wonach sich der „Brexit“ in jedem Fall negativ auf das Wirtschaftswachstum in Großbritannien auswirken wird. Es liege nicht an der EU-Kommission, diesbezüglich eine Meinung abzugeben, sagte ein Kommissionssprecher heute in Brüssel.

Wichtig sei, dass sich die EU auf ein Mandat für die Verhandlungen über eine Übergangsperiode geeinigt habe, sagte der Sprecher weiter. Die EU-Kommission habe immer wieder betont, dass sie auf alle möglichen Ergebnisse der „Brexit“-Verhandlungen vorbereitet sei.

Britische Regierung in Erklärungsnot

Die britische Regierung war durch die an die Presse gelangte Analyse der „Brexit“-Auswirkungen auf die Wirtschaft in Erklärungsnot geraten.

Wie aus dem vom Nachrichtenportal Buzzfeed veröffentlichten Dokument hervorgeht, würden fast alle Wirtschaftsbereiche in Großbritannien leiden, egal wie die Verhandlungen mit der Europäischen Union verlaufen.

Oppositionspolitiker forderten, dass die Analyse veröffentlicht wird. Das lehnte die Regierung ab. Es handle sich nur um einen Entwurf, außerdem sei keines der durchgespielten Szenarien von der Regierung erwünscht, sagte „Brexit“-Staatssekretär Steve Baker bei einer Dringlichkeitssitzung des Parlaments. Zudem würde eine Veröffentlichung die Verhandlungsposition Londons in Brüssel untergraben. Man wolle dort einen maßgeschneiderten Deal erreichen.