Venezuela: Maduro wieder Präsidentschaftskandidat

Im krisengeplagten Venezuela hat die sozialistische Regierungspartei PSUV Staatschef Nicolas Maduro zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. „Ich nehme die Kandidatur der PSUV an, um Venezuela zum Höchsten zu führen“, sagte der Präsident auf dem Parteikongress gestern. „Wir werden ein Paradies schaffen, ein glückliches Vaterland.“

Maduro regiert das südamerikanische Land seit 2013. Die Präsidentenwahl soll vor dem 30. April stattfinden, der genaue Wahltermin wurde noch nicht festgelegt. Maduro war 2013 nach dem Tod seines Vorgängers Hugo Chavez denkbar knapp als Präsident gewählt worden.

Oppositionsbündnis von Wahl ausgeschlossen

Im vergangenen Jahr hatte Maduro das von der Opposition kontrollierte Parlament durch eine regierungstreue Verfassungsgebende Versammlung entmachten lassen. Zahlreiche Staaten und internationale Organisationen werfen der Regierung in Caracas den Aufbau eines autoritären Systems vor.

Obwohl viele Venezolaner unzufrieden mit der Regierung sind, droht der Opposition bei der Präsidentenwahl eine herbe Niederlage. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD ist nicht zugelassen. Zahlreiche Regierungsgegner sind von der Wahl ausgeschlossen, in Haft oder ins Ausland geflohen.

USA, Kanada und Mexiko in Ablehnung einig

Angesichts der politischen und humanitären Krise in Venezuela haben sich indes USA, Kanada und Mexiko auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Bei einem Treffen in Mexiko-Stadt riefen die Außenminister der nordamerikanischen Länder die Regierung in Caracas zu einer Rückkehr zur Demokratie auf. „Wir wollen einen friedlichen Übergang sehen“, sagte US-Außenminister Rex Tillerson.

Maduro solle freie Wahlen zulassen. Tillerson schließt einen Sturz Maduros durch das Militär des Landes nicht aus. In der Geschichte Venezuelas und anderer lateinamerikanischer Staaten sei es häufig das Militär gewesen, das gehandelt habe, sagte Tillerson in einer Rede an der Universität von Texas.