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Seit 2008 an Spitze des ÖGB

Fast zehn Jahre ist Erich Foglar als Präsident an der Spitze des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) gestanden. Nun übergibt er an den erfahrenen Gewerkschafter Wolfgang Katzian (beide SPÖ). Der Aufstieg des gelernten Werkzeugmachers Foglar ist eng mit dem des legendären Metallervorsitzenden Rudolf Nürnberger verbunden.

Der machte seinen gewerkschaftlichen Ziehsohn zum Zentralsekretär seiner Gewerkschaft und baute ihn zum Nachfolger auf. Eigentlich hätte man erwartet, dass Foglar diese Aufgabe nach Nürnbergers Abgang 2006 noch mindestens ein Jahrzehnt ausfüllen würde.

Nachfolger von Hundstorfer

Doch in diesen Zeiten lief in der Gewerkschaft nichts so, wie man das über Jahrzehnte gewohnt war. Kaum waren die BAWAG-Wirren einigermaßen bewältigt, lief ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer (SPÖ) als Sozialminister in die Bundesregierung über. Foglar rückte nach. Ob er das wirklich so wollte, weiß man bis heute nicht.

Als Präsident hat er sich jedenfalls gesteigert, zumindest in der Außenwahrnehmung. Galt der heute 62-jährige Foglar davor als mürrisch, eher unzugänglich und schweigsam, hat er sich in den vergangen Jahren gemausert. Er gilt mittlerweile als guter Redner und lässt öfters durchschimmern, dass hinter der harten Schale ein weicher Kern steckt.

Keine großen Reformen

In seiner Amtszeit konnte er den Mitgliederschwund des ÖGB etwas bremsen, die großen internen Reformen sind nicht angegangen worden. Jede grundsätzliche Entscheidung hängt aber auch von den jeweiligen Chefs der Einzelgewerkschaften ab. Nun liegt es an Foglars Nachfolger Katzian, innerhalb des ÖGB neue Weichen zu stellen.

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