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Arbeiten bis zur letzten Minute

Der Countdown für den 62. Wiener Opernball läuft. Seit Dienstag wird die Staatsoper am Ring für den „Ball der Bälle“ herausgeputzt. Das gesellschaftliche Großevent ist restlos ausverkauft. Insgesamt 5.150 Ballgäste werden am Donnerstag erwartet - darunter zahlreiche Prominente aus Politik und Unterhaltung.

Österreichs Staatsspitze wird durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vertreten sein. Van der Bellen kommt in Begleitung seiner Frau Doris Schmidauer. Begleitet werden sie vom Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, und dessen Gattin Maryna.

TV-Hinweis

Der ORF überträgt den Opernball rund drei Stunden live in ORF2 und im Livestream. Schon davor steht der Hauptabend in ORF2 im Zeichen des Ballereignisses und zeigt die Dokumentation „Sehen und gesehen werden“ - mehr dazu in tv.ORF.at. Die Wartezeit bis zum Ball verkürzen kann man sich mit dem Opernball-Schwerpunkt in tvthek.ORF.at.

Kurz, für den es der erste Opernball-Besuch ist, wird seine Loge nicht nur mit seiner Lebensgefährtin Susanne Thier teilen, sondern auch mit der aus Somalia stammenden Menschenrechtsaktivistin und Autorin Waris Dirie, dem irischen Premier Leo Varadkar und dessen Lebensgefährten Matthew Barrett sowie Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und dessen Ehefrau Bettina.

Griffith trotz Krebsoperation fit

Abseits der Politik hat sich für den Ball eine ansehnliche Promigästeliste gebildet. Baumeister Richard Lugner hat die amerikanische Schauspielerin Melanie Griffith zu Gast. Griffith landete am Dienstag auf dem Flughafen Wien-Schwechat. Die 60-Jährige hat gerade eine Krebsoperation hinter sich gebracht. Fit für den Ball sei sie aber trotzdem, sagte Griffith am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der Lugner City in Wien: „Der schlimme Teil war der Flug. Ich werde versuchen, gut auszusehen - und vielleicht auch zu tanzen“ - mehr dazu in wien.ORF.at.

Melanie Griffith und Richard Lugner

APA/Herbert Pfarrhofer

„Ich werde versuchen, gut auszusehen - und vielleicht auch zu tanzen“, sagte Griffith bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lugner in Wien

Der Wiener Unternehmer Klemens Hallmann wird von „Cinderella“-Star Lily James begleitet. Neben der 28-jährigen Britin nehmen auch Starfotograf Michel Comte, Künstler Erwin Wurm, Schauspieler Heiner Lauterbach und Topmodel Barbara Meier, die Freundin des Unternehmers, in der Loge Platz. Aus Deutschland kommt erneut Designer Harald Glööckler, auf den der Ball nach eigenem Bekunden eine „magische Anziehung“ ausübt.

Damit aber nicht genug: Angesagt haben sich auch die Schauspieler Gregor Bloeb, Nina Proll, Susanne Wuest, Florian Teichtmeister, Sunnyi Melles. Die wohl schrillste Runde platziert sich um Künstlermanager Helmut Werner: Ihn begleiten die ehemalige Erotikikone Sibylle Rauch („Eis am Stiel“), die deutsche Schauspielerin Nicole Mieth („Es muss fantastisch sein“) sowie Sänger und Dschungelcamper Florian Wess.

„Es ist sich bisher immer ausgegangen“

Begonnen haben die Umbauarbeiten am Dienstag mit der Verlegung der Parketts im Zuschauerraum des Opernhauses. Rund 170 der etwa 100 Kilogramm schweren und zwei Quadratmeter großen Platten kommen zum Einsatz. Um die Neigung des Zuschauerraumes auszugleichen, wird darunter eine Art Gerüst aufgebaut, damit in der Ballnacht eine ebene Tanzfläche bereitsteht. „Das ist tatsächlich noch dieselbe Konstruktion wie im Jahr 1955“, so Walter Renner von den Bundestheatern. Durch die Abnutzung werden die Platten nun aber mit zusätzlichem Parkett überzogen.

Vorbereitungsarbeiten zum Opernball 2018

ORF.at/Roland Winkler

Umbauarbeiten im Zuschauerraum: 170 Platten bilden das Tanzparkett

Insgesamt werden 80 Tiefladertransporte für das Tanzparkett, die Bühnenlogen und Verkleidungselemente in die Oper gebracht, was einem Auftragsvolumen von rund 1,4 Millionen Euro entspricht. Zusätzlich wird die Oper mit 171 Blumenarrangements und 480 Blumengestecken geschmückt. Die Zeit ist - wie immer - knapp: Rund 500 Arbeiter müssen in nur 30 Stunden die Oper in den wohl schönsten Ballsaal der Welt verwandeln. „Es ist sich bisher noch immer ausgegangen“, so Renner.

Vorbereitungsarbeiten zum Opernball 2018

ORF.at/Roland Winkler

Der Eingangsbereich der Staatsoper wird für den roten Teppich vorbereitet

Auch die gastronomische Bilanz macht Eindruck: In der Ballnacht werden statistisch gesehen 1.300 Flaschen Sekt oder Champagner, 900 Flaschen Wein, 900 Flaschen Bier, 2.500 Paar Würstel, 1.000 Petits Fours und Sandwiches sowie 1.300 Gulaschsuppen konsumiert. 4.000 Besteckteile sowie 46.000 Gläser und 600 Sektkühler stehen bereit.

Erstmals Debütantenpaar mit Downsyndrom

Bei der Eröffnung musste die Oper kurzfristig umdisponieren. Anstatt der an Grippe erkrankten Daniela Fally wird die moldawische Sopranistin Valentina Nafornita zu sehen sein, die bereits bei der Eröffnung 2013 aufgetreten ist. Sie wird „O mio babbino caro“ aus Giacomo Puccinis „Gianni Schicchi“ sowie gemeinsam mit Pavol Breslik „Lippen schweigen“ aus Franz Lehars „Die lustige Witwe“ singen.

Vorbereitungsarbeiten zum Opernball 2018

ORF.at/Roland Winkler

Über 600 Blumengestecke und -Arrangements veredeln die Atmosphäre im Opernhaus

Das Staatsballett, das zuletzt aufgrund von Verletzungen und Babykarenzen stark ausgedünnt war, kehrt mit voller Stärke zurück. Mit den Solotänzern Olga Esina, Maria Yakovleva, Robert Gabdullin und Roman Lazik an der Spitze tanzt es die vom Solotänzer Eno Peci eigens für den Ball kreierten Choreografien zu Josef Strauß’ Walzer „Mein Lebenslauf ist Lieb’ und Lust“ und der Polka „Feuerfest“.

Danach ziehen die 144 Debütantenpaare in den Ballsaal ein. Die Gestaltung ihrer Eröffnungschoreografie - „Stürmisch in Lieb und Tanz“, eine Polka von Johann Strauß Sohn - liegt erneut in den bewährten Händen von Roman Svabek - mehr dazu in wien.ORF.at. Svabek wird auch wieder die beliebten Quadrillen leiten. Unter den Debütantinnen und Debütanten ist in diesem Jahr erstmals auch ein Paar mit Downsyndrom - mehr dazu in noe.ORF.at.

Dacapo für Vorjahresmotto „Alles Oper“

Opernball-Organisatorin Maria Großbauer, die inzwischen für die ÖVP im Nationalrat sitzt und als Bereichssprecherin für Kunst und Kultur fungiert, setzt ihr Motto „Alles Oper“ auch bei ihrem zweiten Opernball fort. Erneut werden sich am Ballabend Zitate aus berühmten Opern wie ein roter Faden durch das ganze Haus ziehen.

„Viele Dekorationen und Ideen aus 2017 bleiben erhalten, einige kommen neu hinzu“, sagte Großbauer. Die Staatsoper lukriert durch den Opernball Einnahmen in Höhe von 4,6 Millionen Euro, die Ausgaben belaufen sich auf rund 3,5 Millionen. Der Ball wird wieder von einer Demonstration unter dem Motto „Eat the Rich“ begleitet. Die Polizei ordnete ein Platzverbot rund um die Staatsoper an.

Verspätung durch Winterwetter

Das Winterwetter am Mittwoch brachte unterdessen die Generalprobe des Balls gehörig durcheinander. Startenor Pavol Breslik, der eigentlich am Nachmittag in der Oper sein sollte, blieb aufgrund des Schneefalles in München drei Stunden lang mit seinem Flugzeug hängen und schaffte es nur knapp zur Abendprobe. „Er hat sich im Taxi eingesungen“, sagte Direktor Dominique Meyer.

Für die Gäste der ausverkauften Generalprobe hatte das aber nur Vorteile: Breslik holte seinen Nachmittagstermin nach und sang sein Solostück „Ah! Leve-toi, soleil!“ aus „Romeo et Juliette“ gleich zweimal. Danach folgte der Auftritt von Valentina Nafornita, die für die erkrankte Daniela Fally eingesprungen ist. Sie begeisterte das Publikum mit „O mio babbino caro“ aus Giacomo Puccinis „Gianni Schicchi“ sowie gemeinsam mit Pavol Breslik mit „Lippen schweigen“ aus Franz Lehars „Die lustige Witwe“.

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