Irakische Armee startet neue Offensive gegen IS-Kämpfer

Die irakische Armee hat in einer Wüstenregion im Nordosten des Landes eine neue Militäroffensive gestartet, um die letzten Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu vertreiben. Fünf Dörfer und mehrere Anhöhen seien östlich von Tus Churmato bereits erobert worden, teilte das Zentrum für Sicherheitsinformationen heute mit. Auch sei ein IS-Lager gestürmt worden.

Die Operation ziele darauf ab, eine Transitstrecke zu sichern, über die mit Lastwagen Rohöl aus Kirkuk in die iranische Raffinerie Kermanschah befördert werden solle, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Der Transport hätte letzte Woche aufgenommen werden sollen, habe sich offiziellen Informationen zufolge jedoch aus technischen Gründen verzögert.

Regierung verkündete Sieg im Dezember

Die irakische Regierung hatte am 10. Dezember den Sieg über den IS erklärt, der über Jahre große Gebiete im Norden und Westen des Landes kontrolliert hatte. Es sind aber weiter einzelne IS-Zellen im Land aktiv, und aus der Region um Tus Churmato wurden wiederholt Angriffe gemeldet. Die Regierung machte Kämpfer des IS, aber auch der „Weißen Fahnen“ dafür verantwortlich.

Dabei soll es sich um kurdische Unabhängigkeitskämpfer handeln, die sich für die Niederlage rächen wollen, welche die Regierungstruppen den kurdischen Peschmerga im Oktober zugefügt hatten, als sie die ölreiche Provinz Kirkuk einnahmen. Zudem wurden damals zahlreiche Kurden aus der ethnisch gemischten Stadt Tus Churmato vertrieben. Dem irakischen Sicherheitsexperte Hischam al-Haschimi zufolge haben die „Weißen Fahnen“ weder Verbindung zum IS noch zu der kurdischen Regionalregierung.