Sexueller Missbrauch: Australien will sich entschuldigen

Die australische Regierung will sich bis Ende des Jahres offiziell bei Opfern von sexuellem Kindesmissbrauch in Institutionen wie der katholischen Kirche entschuldigen. Das kündigte Australiens Premierminister Malcolm Turnbull heute im Parlament bei der Vorstellung der Ergebnisse einer Untersuchungskommission an.

Die fünf Jahre dauernden Untersuchungen ergaben, dass geschätzt rund 60.000 Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch in australischen Institutionen wurden und Anspruch auf Entschädigung haben. Zu den Einrichtungen gehört auch die katholische Kirche.

Entschuldigung noch vor Ende des Jahres

Die offizielle Entschuldigung soll noch vor Ende des Jahres erfolgen. „Wir als Nation müssen diesen Anlass in einer Form wahrnehmen, die den Wünschen der Opfer entspricht und ihnen die Würde gewährt, die ihnen als Kindern von denjenigen versagt wurde, die sich um sie kümmern sollten“, sagte Turnbull. „Ich und meine Regierung werden alles daran setzen, dass sich diese nationale Tragödie nicht wiederholt.“ Der Oppositionsführer Bill Shorten pflichtete ihm bei: „Die Zeit der Anwälte ist vorbei, die Zeit der Gerechtigkeit beginnt.“

Bereits im Juli soll ein Entschädigungsverfahren für die Opfer eingeführt werden, das aber noch von der Kooperation der einzelnen Bundesstaaten mit der Bundesregierung abhängt.