Bukarest: Rechtsextreme störten Film über Homosexuelle

Rechtsextreme haben erneut in Rumäniens Hauptstadt Bukarest die Vorführung eines Dokumentarfilms über Homosexuelle gestört. Unter Berufung auf das Christentum und auf die „Reinheit“ des rumänischen Volkes begannen sie gestern im Kinosaal des Museums des rumänischen Bauern zu Beginn der Vorführung zu schreien und Volksmusik abzuspielen.

Der Vorfall ereignete sich zu Beginn der Vorführung eines Dokumentarfilms über die Schwulenszene im Bukarester Roma-Viertel Ferentari. Nachdem die Polizei die Störer abgeführt hatte, konnte der Film „Soldatii. Poveste din Ferentari“ („Die Soldaten. Geschichte aus Ferentari“) der jungen serbischen Regisseurin Ivana Mladenovic mit halbstündiger Verzögerung gezeigt werden.

Aufgerufen zu der Störaktion hatte die Bukarester „Orthodoxe Bruderschaft des Heiligen und Siegreichen Großmärtyrers Georg“. Derselbe Verein hatte auch am Sonntag die Vorführung des 2017 in Cannes ausgezeichneten französischen Films „120 BPM“ gestört, in dem es um Aids geht.