Kleist-Preis geht an Christoph Ransmayr

Der oberösterreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr wird mit dem Kleist-Preis 2018 ausgezeichnet. Ransmayrs Romane wie „Die letzte Welt“ (1988) zeichneten sich durch eine hintergründige Topografie aus, in der sich historische Orte und mythische Landschaften überlagerten, so die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft heute in ihrer Begründung.

Christoph Ransmayr

APA/dpa/Fredrik von Erichsen

In „Atlas eines ängstlichen Mannes“ (2012) habe Ransmayr die Summe jahrzehntelangen Reisens in die entlegensten Gegenden der Erde gezogen. Weit entfernt von jedwedem Exotismus ergäben Detailbeobachtungen und alltägliche Begebenheiten dort das Bild einer Welt, die einerseits globalisiert sei, andererseits gekennzeichnet durch enorm zerstreute Kulturen.

Földenyi hält Laudatio

Im Jahr 2016 hatte Ransmayr den historischen Roman „Cox oder Der Lauf der Zeit“ veröffentlicht, der von Literaturkritikerinnen und -kritikern ebenfalls hoch gelobt wurde.

Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird Ransmayr (63) am 18. November in Berlin übergeben. Die Laudatio hält der ungarische Kunsttheoretiker, Essayist und Übersetzer Laszlo Földenyi. Er wurde von der Jury zur „Vertrauensperson“ gewählt, die den Preisträger bestimmen durfte. Frühere Preisträger sind unter anderen Ernst Jandl, Herta Müller und Daniel Kehlmann.