Athen will Stabilität in der Ägäis

Im Konflikt über Hoheitsrechte in der Ägäis will sich Griechenland weiterhin für Stabilität einsetzen. Das sei nicht nur für Griechenland wichtig, sondern auch für die EU, deren Grenzen entlang der Ostägäis verliefen, sagte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras heute.

Hintergrund ist ein schwerwiegender Zwischenfall in der Ostägäis, als ein türkisches Schiff der Küstenwache ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache in der Nacht auf Dienstag gerammt hatte.

„Einige sollen es sich merken: Freches und provokatives Verhalten ist nicht nur eine verantwortungslose Haltung, es ist ein Anzeichen der Feigheit, der Kraftmeierei würde ich sagen“, so Tsipras im griechischen Fernsehen.

Streit über Hoheitsrechte

Zwei Tage nach dem Zwischenfall herrschte in der Region bei den Felseninseln Imia (türkisch: Kardak) Ruhe. Schiffe der beiden Küstenwachen blieben in sicherer Entfernung, hieß es aus Kreisen der griechischen Küstenwache.

Die Nachbarstaaten streiten seit Jahrzehnten auch über Hoheitsrechte in der Ägäis. 1996 hatte der Streit um die unbewohnten Felseninseln Imia/Kardak die beiden NATO-Staaten an den Rand eines Krieges gebracht. Ein bewaffneter Konflikt konnte im letzten Moment nach einer diplomatischen Intervention der USA abgewendet werden.