Finanzminister Löger will Bitcoin regeln

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Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) will boomende Kryptowährungen wie Bitcoin strenger regeln. Der Handel damit soll „ähnlich wie der Handel mit Gold und Derivaten“ behandelt werden. Dazu gehören Meldungen an die Geldwäschestelle des Bundeskriminalamts bei Transaktionen über 10.000 Euro. Die Geldwäschemeldestelle soll die Eigentümer von virtuellen Währungen identifizieren können.

Aufsicht von Handelsplattformen durch FMA

Handelsplattformen für Kryptowährungen müssten der Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) unterworfen werden, so Löger, Vertriebsmodelle müssten überwacht werden. Gerade erst ist die Bitcoin-Vertriebsplattform Optioment in den Verdacht geraten, als Pyramidenspiel Zehntausende Menschen um ihr Geld gebracht zu haben. Die FMA hat Optioment zwar bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, hat aber keine Aufsicht darüber.

Im Laufe des März soll ein „Fintech-Regulierungsrat“ entstehen, in dem Experten Regulierungsansätze überlegen und die Positionen verschiedener Institutionen koordinieren. Europäische Initiativen dazu sollen unterstützt und mit den nationalen Maßnahmen „in Einklang gebracht“ werden. Denn auch auf EU-Ebene ist Bewegung in das Thema gekommen.

Besuch bei Euro-Gruppe-Chef Centeno

So wird es bei Lögers Besuch bei Euro-Gruppe-Chef Mario Centeno unter anderem um die Regulierung des Handels mit Kryptowährungen gehen. Kommende Woche hält die EU-Kommission dazu eine Sitzung ab, Anfang März soll es aus Brüssel einen Aktionsplan geben. Österreich unterstützt auch Änderungen der Europäischen Geldwäscherichtlinie.

„Die Kryptowährungen sind im Begriff, die Reputation des Finanzmarkts massiv zu beeinträchtigen und den Ruf einer noch jungen, aber für den Finanzmarkt der Zukunft sehr wichtigen Branche zu gefährden“, sagt Löger. Sosehr daher eine Regulierung nötig sei, so sehr dürften Wachstum und Zukunftschancen nicht behindert werden.