Sorge vor Gewalt bei Demos in Italien

Nach Zusammenstößen zwischen Antifaschisten und der Polizei bei einer Demonstration gestern Abend in Turin wächst die Sorge vor Ausschreitungen bei politischen Kundgebungen am Wochenende in Italien. Das Innenministerium in Rom rief heute die Parteien auf, die Wahlkampftöne zu dämpfen.

Die Vorfälle in Turin mit dem Wurf von Molotowcocktails mit Nägeln gegen die Polizei seien gravierend, hieß es aus dem Innenministerium in Rom. Die Sicherheitskräfte wollten jegliche Form von Gewalt bei politischen Demonstrationen verhindern.

Ausschreitungen bei Demonstration in Turin

APA/AFP/Piero Cruciatti

Protest gegen rechtsextreme Organisation

In Turin waren bei einem Protest gegen eine Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen Organisation CasaPound zwei Polizisten verletzt worden. Freitag vergangener Woche war es bereits zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten in Bologna gekommen.

Am Dienstag wurde ein Anhänger der rechtsextremen Forza Nuova auf offener Straße in Palermo geschlagen. In Perugia wurde ein Anhänger der linksextremen Organisation Potere al Popolo mit Messerstichen verletzt, nachdem er von einigen vermummten Personen angegriffen worden war.

Morgen ist im Vorfeld der Parlamentswahl am 4. März eine antifaschistische Demonstration in Rom geplant, an der sich voraussichtlich Zehntausende Menschen beteiligen werden, unter anderen der Ex-Premier und Chef der Sozialdemokraten, Matteo Renzi. Parallel hat die ausländerfeindliche Lega in Mailand zu einer Kundgebung gegen die illegale Einwanderung auf dem zentralen Domplatz aufgerufen. „Die Italiener zuerst“ lautet der Slogan der Lega-Demonstration.