Militärs für Kriegsverbrechen im Südsudan verantwortlich

Im blutigen Konflikt im Südsudan sind nach Überzeugung einer Kommission des UNO-Menschenrechtsrats von den Armeen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen begangen worden.

Zivilisten seien verstümmelt worden, teilte die Kommission heute mit. Außerdem sei es massenweise zu Vergewaltigungen gekommen. Menschen seien sogar gezwungen worden, eigene Familienmitglieder zu vergewaltigen.

40 führende Militärangehörige identifiziert

Die Kommission identifizierte mehr als 40 führende Militärangehörige, die in den vergangenen zwei Jahren für die Grausamkeiten verantwortlich sein sollen. Die Kommission forderte die Einsetzung eines Gerichtshofes unter Beteiligung der Afrikanischen Union in den nächsten Monaten. Der Bericht wurde im Vorfeld der Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats vorgelegt, die am Montag in Genf beginnt.

Im ölreichen Südsudan herrscht seit vier Jahren ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und den Truppen seines früheren Stellvertreters Riek Machar vom Volk der Nuer. Zehntausende sind in dem Krieg bisher getötet worden, etwa vier Millionen Südsudanesen sind vor der Gewalt geflohen.