Grabeskirche in Jerusalem bleibt aus Protest geschlossen

In einem ungewöhnlichen Protestschritt haben Kirchenoberhäupter heute die unbefristete Schließung der Grabeskirche in Jerusalem angekündigt. Das Gotteshaus in der Altstadt gilt als heiligste Stätte des Christentums und ist gleichzeitig ein Touristenmagnet.

Gläubiger Mensch kniet vor dem versclossenen Eingang der Grabeskirche

APA/AFP/Gali Tibbon

In einem - scharf formulierten - gemeinsamen Schreiben der griechisch-orthodoxen und der armenischen Kirche sowie der Kustodie des Heiligen Landes war die Rede von einer „systematischen Kampagne gegen die Kirchen und die christliche Gemeinde im Heiligen Land“. Das israelische Außenministerium wollte sich nicht zu den heftigen Vorwürfen äußern.

Protest gegen israelisches Gesetz

Der Protest wende sich gegen einen israelischen Gesetzesentwurf, der die staatliche Enteignung von Grundstücken der Kirche ermögliche, hieß es in dem Schreiben. Darin war auch die Rede von einem „diskriminierenden und rassistischen Gesetz“. Israels Vorgehen trete die „seit Jahrzehnten herrschenden sensiblen Beziehungen zwischen der christlichen Gemeinde und den Behörden mit Füßen“.

Eine renovierte Grabkapelle in der Grabeskirche steht an der Stelle, an der Jesus begraben worden und wieder auferstanden sein soll. Die Rechte an der Kirche sind auf sechs Konfessionen verteilt: Katholiken, orthodoxe Griechen, Armenier, Kopten, Syrer und Äthiopier. Die Kirche zählt zum UNESCO-Welterbe.