Themenüberblick

Mehr Demokratieskepsis bei FPÖ-Wählern

Je nach Partei haben sich auch die Motive ihrer Wähler und Wählerinnen bei der Tiroler Landtagswahl am Sonntag voneinander unterschieden. Vor allem ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter konnte für seine Partei einen deutlichen Amtsbonus einfahren. 32 Prozent entschieden sich aufgrund des Spitzenkandidaten für die Schwarzen.

Das zeigt eine von den Instituten ISA und SORA unter rund 1.200 Menschen durchgeführte Befragung. Bei der SPÖ und den Grünen liegen die Inhalte weit an erster Stelle der Wahlentscheidung für diese Parteien. Nur zwei Prozent der Wählerstimmen gingen zu den Grünen aufgrund ihrer Spitzenkandidatin Ingrid Felipe. Für die SPÖ entschieden sich zehn Prozent für die Partei aufgrund ihrer Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik.

Bei der FPÖ gibt es kein wirklich dominantes Motiv. Aber auch bei den Blauen steht nicht so sehr FPÖ-Spitzenkandidat Markus Abwerzger im Vordergrund als vielmehr die Inhalte und der Wunsch nach Regierungsverantwortung der FPÖ. Die anderen Parteien wie Liste Fritz und NEOS fehlen in der Auflistung aufgrund zu geringer Fallzahlen.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

ORF/ISA/SORA

Arbeitsplätze, Transit, Zuwanderung

Auch wenn das Transitthema eine wichtige Rolle im Wahlkampf spielte, steht das Thema nur bei der ÖVP an erster Stelle, gefolgt vom Thema Arbeitsplätze. Die SPÖ dürfte vor allem aufgrund von Maßnahmen der Bundesregierung Stimmen für sich mobilisiert haben. Bei FPÖ-Wählern standen ganz klar die Themen Zuwanderung und Sicherheit auf der Liste. Den Grünen-Wählern und -Wählerinnen war der Umweltschutz besonders wichtig.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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SPÖ und Grüne punkten bei Frauen, FPÖ bei Männern

Bei den soziodemografischen Daten zeigt sich in Tirol ein ähnliches Bild wie schon bei der Landtagswahl in Niederösterreich Ende Jänner. Während die ÖVP bei Männern und Frauen nahezu gleichauf liegt, gibt es deutlich mehr FPÖ-Wähler als -Wählerinnen. SPÖ und Grüne punkteten mehr bei Frauen als bei Männern.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

ORF/ISA/SORA

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

ORF/ISA/SORA

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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ÖVP und FPÖ liegen vor allem bei Wählern mit niedriger formaler Bildung vorne. Vor allem die Grünen, zum Teil auch die SPÖ erreichen Wähler mit Matura- und Universitätsabschluss.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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Die ÖVP konnte sich in allen Altersgruppen als stärkste Partei durchsetzen. Den stärksten Zuspruch fanden die Schwarzen bei den über 60-Jährigen. Bei den bis 29-Jährigen waren Grüne und FPÖ nahezu gleich stark als Wähler vertreten.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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Wenige Kurzentschlossene

Kurzentschlossene gab es bei der Tiroler Wahl wenige. Fast drei Viertel der Wähler trafen ihre Wahlentscheidung schon vor längerer Zeit. Bei der ÖVP sind es sogar 80 Prozent. Mit 17 Prozent haben die Grünen die größte Gruppe der Kurzentschlossenen, die sich erst in den letzten Tagen für diese Partei entschieden.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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Große Sorgen, dass sich die Gesellschaft immer weiter auseinanderentwickelt, haben die Wähler und Wählerinnen aller Parteien – besonders aber die von Grünen und SPÖ.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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FPÖ-Wähler nicht völlig überzeugt von Demokratie

Dass die Demokratie besser als jede andere Regierungsform ist, ist für die Wähler von Grünen, SPÖ und ÖVP ganz klar. Bei den FPÖ-Wählern stimmen dieser Frage nur 42 Prozent sehr zu. 19 Prozent stimmen wenig oder gar nicht zu.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

ORF/ISA/SORA

Besonderes Vertrauen in die Politik haben ÖVP-Wähler. 94 Prozent stimmen sehr oder ziemlich zu, dass die Politik in Tirol gute Lösungen für kommende Herausforderungen findet. Zwischen 25 und 30 Prozent der SPÖ-, FPÖ- und Grüne-Wähler haben mehr Zweifel daran.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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FPÖ-Wähler erwarten negative Entwicklung

Eine weitgehend positive Veränderung in Tirol in den vergangenen fünf Jahren sehen Wähler und Wählerinnen von Schwarz und Grün – den bisherigen Koalitionspartnern. Mit fast 70 Prozent sehen SPÖ-Wähler und –Wählerinnen keine Veränderung. Fast die Hälfte der FPÖ-Wähler und –Wählerinnen sieht eine eher negative Entwicklung.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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Noch negativer fällt der Ausblick der FPÖ-Wähler und –Wählerinnen für das Leben der jungen Generation aus. 58 Prozent gehen davon aus, dass es den Jungen einmal eher schlechter gehen wird. Bei SPÖ und Grünen glauben das 35 bzw. 33 Prozent. Optimistischer sind ÖVP-Anhänger. Nur ein Fünftel zeigte sich bezüglich der Jugend pessimistisch.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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Leben in Tirol für die meisten zu teuer

Einigkeit herrscht hingegen zumindest bei Rot-, Blau- und Grün-Wählern und –Wählerinnen was die Lebenshaltungskosten in Tirol betrifft. Über 80 Prozent stimmen sehr oder ziemlich zu, dass man sich das Leben in Tirol immer schwerer leisten könne. Bei ÖVP-Anhängern sehen das nur 58 Prozent so.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

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ÖVP-Wähler sehen es naturgemäß positiv, dass die Schwarzen den Landeshauptmann stellen. Dafür finden SPÖ-Anhänger zu 56 Prozent, dass es an der Zeit wäre, dass eine andere Partei den Landeshauptmann stellt. Bei den Blauen sind es 41 Prozent, bei den Grünen 44 Prozent.

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FPÖ-Wähler mit Bundesregierung zufriedener

Erwartungsgemäß unzufrieden mit der bisherigen Arbeit der neuen Bundesregierung sind SPÖ-Wähler und –Wählerinnen – 85 Prozent sind wenig bis gar nicht zufrieden, bei den Grünen sind es 80 Prozent. Interessanterweise sind aber FPÖ-Anhänger mit 74 Prozent insgesamt zufriedener mit der Regierung auf Bundesebene als die ÖVP-Wähler – 68 Prozent sind sehr oder ziemlich zufrieden.

Ergebnisse der Wahltagsbefragung

ORF/ISA/SORA

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