EU-Kommission plant Übergangssteuer für Digitalfirmen

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Die EU-Kommission plant eine neue Steuer für Digitalfirmen, die in der EU kaum Gewinne ausweisen. Der Umsatz der Konzerne soll mit einem Satz zwischen einem und fünf Prozent besteuert werden, heißt es in dem Dokument, das Reuters vorliegt. Der Vorschlag ziele auf Unternehmen mit Umsätzen von zumindest 750 Mio. Euro weltweit und wenigstens zehn Mio. Euro Umsatz in Europa ab.

Steuern sollten da erhoben werden, wo die Wertschöpfung stattfindet, heißt es weiter. Derzeit gebe es in der Hinsicht ein Ungleichgewicht. Der Entwurf kann vor der offiziellen Vorstellung im März noch geändert werden. Nach den Plänen soll die neue Steuer vorübergehend gelten, bis eine langfristige Lösung für die Besteuerung gefunden ist.

Das Thema beschäftigt die Kommission schon länger. Europäische Politiker werfen US-Konzernen wie Google, Facebook oder Apple vor, in der EU nicht genügend Steuern zu zahlen. Stattdessen würden die Gewinne in Länder wie Irland und Luxemburg mit niedrigen Steuersätzen umgeleitet. Durch komplexe Geschäfts- und Steuerstrukturen weisen viele Firmen trotz guter Geschäfte oft Verluste aus.