Kim Jong Un soll mit brasilianischem Pass gereist sein

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und sein verstorbener Vater Kim Jong Il sollen sich der Nachrichtenagentur Reuters zufolge brasilianische Pässe besorgt haben. Damit sollen sie als „Josef Pwag“ und „Ijong Tchoi“ in den 1990er Jahren Visa für mindestens zwei westeuropäische Länder beantragt haben.

Gerüchte gab es in den letzten Jahren bereits mehrere, dass die Familie der Kims exklusive Reisedokumente erhalten habe, Beweise dafür gab es bisher nicht. Doch Reuters liegen jetzt Kopien der Pässe vor. Sicherheitskräfte sagten der Agentur, die Gesichtserkennung habe bewiesen, dass es sich tatsächlich um die beiden Kims handle.

In beiden Pässen sei Sao Paolo (Brasilien) als Geburtsort angegeben. Beide Reisedokumente sollen außerdem einen Stempel der brasilianischen Botschaft in Prag vom 26. Februar 1996 haben.

Vielleicht sogar Fluchtroute geplant

„Sie haben diese brasilianischen Pässe benutzt, die ganz klar die Fotos von Kim Jong Un und Kim Jong Il zeigen, und damit versucht, Visa bei ausländischen Botschaften zu beantragen“, sagte ein europäischer Sicherheitsbeamter, der anonym bleiben will, der Nachrichtenagentur. Das zeige, dass die Familie Kim zumindest im Begriff war zu reisen, eventuell sogar eine Fluchtroute aus Nordkorea geplant habe.

Die nordkoreanische Botschaft in Brasilien wollte die Meldung nicht kommentieren, Brasilien würde nun aber Nachforschungen anstellen. Unklar blieb, ob die Kims auch wirklich die angefragten Visa erhalten hatten.

Seit längerer Zeit ist bekannt, dass Kim Jong Un als Kind oder Jugendlicher an einer internationalen Schule in Bern in der Schweiz den Unterricht besucht hatte. Damals gab er vor, der Sohn eines Chauffeurs der Botschaft zu sein.