Europaparlament fordert härtere Strafen für Honigfälscher

Das Europäische Parlament verlangt größere Anstrengungen im Kampf gegen gefälschten Honig. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag in Brüssel mit 560 zu 27 Stimmen für eine entsprechende Resolution. Es geht dabei um Honig, der zum Beispiel mit Zucker gestreckt wird oder die strengen Qualitätsstandards für das Naturprodukt verletzt.

Die Parlamentarier wollen bessere Kontrollen, härtere Strafen und klarere Kennzeichnungen. Daneben fordern sie mehr Geld für nationale Bienenzuchtprogramme und das Verbot schädlicher Pestizide.

Honig in Deutschland streng kontrolliert

Dem Beschluss zufolge erfüllt vor allem Importhonig europäische Standards häufiger nicht. Rund 200.000 Tonnen Honig importiert die EU jährlich, während ihre Mitgliedsländer etwa 250.000 Tonnen pro Jahr selbst erzeugen. Laut Experten wird Honig in Deutschland besonders streng und engmaschig kontrolliert.

Neben China sind Mexiko und die Ukraine wichtige Exportländer. Vor allem Honig aus China - weltgrößter Exporteur und größter Lieferant Europas - steht immer wieder unter Panschverdacht. Imker in den großen EU-Erzeugerländern wie Rumänien, Spanien oder Ungarn leiden unter einem Preisverfall für Honig durch günstige Importprodukte.

Kritik an unklarer Kennzeichnung

Durch verfälschten Honig entstünden ehrlichen Imkern große Schäden, betonte die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl. Sie bekräftigte die Forderung nach einer klaren Kennzeichnung. Bisher reicht es aus, auf Mischungen „aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ zu schreiben. Woher der Honig genau kommt, bleibt unklar. „Verbrauchertäuschung“ sei das, meinte Noichl.

Kritik übte auch der österreichische EU-Parlamentarier Othmar Karas (ÖVP). In einer Aussendung forderte er, dass die Anteile von Honig, der außerhalb der EU hergestellt wird, ausgewiesen werden müssen. „Das ist nur fair für die heimischen Imker und die Konsumenten.“

Bezogen auf die Kontrollen ist die verabschiedete Resolution nicht mehr als ein Appell an die Mitgliedsstaaten. Denn diese sind für die Umsetzung zuständig. Bei der Kennzeichnung geht der Aufruf dagegen in Richtung EU-Kommission für einen entsprechenden Gesetzesentwurf.