Weinstein Company steht nun doch vor Übernahme

Die vor der Insolvenz stehende Produktionsfirma des ehemaligen Hollywood-Moguls Harvey Weinstein hat nun doch noch einen Investor gefunden.

In Übereinstimmung mit der New Yorker Staatsanwaltschaft sei eine Übereinkunft zur Übernahme der Weinstein Company erzielt worden, teilte eine Investorengruppe unter Leitung von Maria Contreras-Sweet und dem Milliardär Ron Burkle gestern mit.

Kurz vor Pleite

Das neue Unternehmen werde seine Lehren aus der „#MeToo“-Debatte ziehen, erklärte Contreras-Sweet. In Folge des Missbrauchsskandals um Weinstein drohte dessen langjähriger Produktionsfirma die Pleite.

Vor knapp drei Wochen stand sie schon einmal kurz vor dem Verkauf an die Gruppe um Contreras-Sweet, doch wurde die Übernahme von einer Klage des New Yorker Staatsanwalts Eric Schneiderman erschwert, die sich gegen Weinstein, dessen Bruder Bob und die Weinstein Company richtet.

Vorwurf jahrelanger Versäumnisse

Schneiderman wirft dem Unternehmen jahrelange Versäumnisse beim Schutz von Mitarbeiterinnen vor sexueller Belästigung vor. Mit der Klage wollte er nach eigenen Angaben sicherstellen, dass die Opfer entschädigt und Angestellte geschützt würden und sich weder Täter noch Mitwisser „unberechtigterweise bereichern“ könnten.

Vor allem forderte er, dass dem neuen Vorstand keine Manager mehr angehören dürften, die für die alte Unternehmenskultur mitverantwortlich waren. Geplant sei nun ein neues Studio mit einem neuen Vorstand, der sich mehrheitlich aus „unabhängigen Frauen“ zusammensetze und für eine völlig neue Unternehmenskultur eintrete, so Contreras-Sweet.