Syrische Truppen auf Vormarsch in Enklave Ostghuta

Syrische Regierungstruppen rücken trotz der von Russland ausgerufenen täglichen Feuerpausen nach Angaben einer oppositionsnahen Gruppe immer weiter in die Rebellenenklave Ostghuta vor. Die Armee habe mehrere Dörfer zurückerobert, erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien heute.

Menschen in Ostghuta nach einem Bombenangriff

AP/Syrian Civil Defense White Helmets

Laut dem russischen Außenministerium soll auch die russische Luftwaffe nach eigener Darstellung eine Bodenoffensive gegen Terroristen unterstützen. Diese hätten eine von Russland und Syrien ausgerufene Waffenruhe gebrochen und durch Beschuss Menschen und humanitäre Hilfe gefährdet, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in Moskau.

UNICEF stellt Hilfskonvoi in Aussicht

Der belagerte Vorort von Damaskus, in dem rund 400.000 Menschen leben, ist eines der letzten größeren Rückzugsgebiete der Aufständischen. Das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) erklärte, die syrische Regierung werde möglicherweise am Sonntag einen Hilfskonvoi mit Lebensmitteln für 180.000 Menschen in den Ort Duma in Ostghuta fahren lassen.

Eine Einigung über weitere Transporte zur Versorgung der übrigen mehr als 200.000 Bewohner des Gebiets oder die Evakuierung von etwa 1.000 Menschen in schlechtem gesundheitlichem Zustand zeichne sich dagegen nicht ab, sagte der Nahost-Chef von UNICEF, Geert Cappelaere, in Genf.

Frankreich, Deutschland und die USA riefen unterdessen Russland auf, seinen Einfluss auf die Regierung in Damaskus zu nutzen, um den im UNO-Sicherheitsrat ausgehandelten Waffenstillstand in Syrien umzusetzen.