Seehofer: Von eigener Partei „ordentlich demontiert“

Horst Seehofer, Chef der deutschen CSU, hat ein bitteres Fazit des Machtkampfs in seiner Partei gezogen. Er sei von Parteikollegen „ordentlich demontiert worden“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) kurz vor seinem geplanten Wechsel nach Berlin.

Der scheidende bayrische Ministerpräsident sprach von „etlichen Bösartigkeiten“ und ließ Enttäuschung über fehlende Anerkennung in der eigenen Partei durchblicken: „Sie können eine Partei retten, Sie können sie nach oben führen, aber Sie werden nicht erleben, dass letzten Endes dafür Dankbarkeit herrscht.“

Übergabe an Söder

Auf die Querschüsse von Parteikollegen führte Seehofer auch seine sinkenden persönlichen Zustimmungswerte zurück. Nach langem innerparteilichen Ringen hatte sich Seehofer bereiterklärt, das Amt des Ministerpräsidenten an seinen Rivalen Markus Söder abzugeben und als Bundesinnenminister nach Berlin zu wechseln. Parteichef will er vorerst bleiben.

Dass er das Regierungsamt in Bayern ausgerechnet an Söder abgeben müsse, schmerze ihn aber „überhaupt nicht“, beteuerte Seehofer nun. Der Vorschlag, Söder die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl im Herbst anzutragen, sei von ihm selbst gekommen - „ohne dass ihn mir jemand abgepresst hat“. Zu seiner eigenen Zukunft als Bundesinnenminister in Berlin sagte er: „Ich fühle mich fit und ich bin hochmotiviert.“