Frankreich will Schutzalter von 15 Jahren einführen

Die französische Regierung will ein Schutzalter von 15 Jahren einführen. Das teilte Frauenministerin Marlene Schiappa gestern mit. Mit dem Schutzalter wird gesetzlich festgeschrieben, dass Geschlechtsverkehr mit Kindern unter 15 Jahren per se unter Zwang stattfindet. Das Alter sei in Absprache mit Rechtsexperten und Ärzten festgelegt worden, erklärte Schiappa.

In Österreich und vielen anderen Ländern gibt es bereits ein Schutzalter. In Frankreich ist es bisher den Gerichten überlassen, über die sexuelle Reife eines Kindes zu urteilen. Wenn keine Gewalt oder Nötigung nachgewiesen wird, dürfen Straftäter nach geltendem Recht nur wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger, aber nicht wegen Vergewaltigung angeklagt werden.

Erwachsener hatte Sex mit Elfjähriger

Der Plan, ein Schutzalter einzuführen, ist wohl auch auf den Druck durch die Öffentlichkeit zurückzuführen. Seit Wochen sorgt der Fall eines 28-Jährigen für Empörung, der mit einem elfjährigen Mädchen Geschlechtsverkehr hatte. In einem Verfahren musste sich der Angeklagte nicht wegen Vergewaltigung verantworten, da es keine Hinweise auf Zwang oder Gewalt gegeben hatte.

Aber noch am ersten Prozesstag entschieden die Richter, der Beschuldigte müsse wegen Vergewaltigung angeklagt werden, und verwiesen den Fall an die nächste Instanz. Die Anwältin der Familie des Mädchens sprach nach der Entscheidung der Richter von einem „Sieg für die Opfer“. Ihr gehe es um die „Würde“ der Elfjährigen.

Laut „Washington Post“ soll das Schutzalter bereits nächste Woche gesetzlich verankert werden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Schiappa hatten bereits im November das Vorhaben angekündigt.