Syrische Regierung bringt Verstärkung nach Ostghuta

Die syrische Regierung hat ihre Truppen zur Eroberung der belagerten Region Ostghuta verstärkt. Mehr als 700 Kämpfer von Milizen, die Präsident Baschar al-Assad die Treue halten, hätten Positionen an den Frontlinien des Gebiets östlich von Damaskus bezogen, berichtete heute die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

„Das Regime bereitet sich darauf vor, ihre Offensive fortzusetzen und hofft auf neue Geländegewinne“, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der dpa. Die Truppen der Regierung hatten in den vergangenen Tagen nach Angaben der Menschenrechtler bereits etwa 40 Prozent von Ostghuta eingenommen, das sie zuvor mit schweren Luftangriffen überzogen hatten. In der mehrheitlich von islamistischen Rebellen kontrollierten Region sollen sich etwa 400.000 Menschen aufhalten. Die humanitäre Lage gilt als desaströs.

UNO fordert „sofortige“ Öffnung der Hilfskorridore

Nach dem vorzeitigen Abbruch einer ersten Hilfslieferung für die Menschen in der belagerten syrischen Rebellenhochburg Ostghuta forderte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zuvor eine „sofortige“ Öffnung der Hilfskorridore. Alle Konfliktparteien sollten den Lastwagen eine Rückkehr in die Stadt Duma ermöglichen, um die am Montag unterbrochene Hilfslieferung „wie zuvor mit den syrischen Behörden vereinbart“ beenden zu können, erklärte Guterres in New York.

Rebellen lehnen Gespräche über Abzug ab

Eine der wichtigsten Rebellengruppen in Ostghuta lehnt Verhandlungen über einen von Russland vorgeschlagenen Abzug ab. „Über dieses Thema wird nicht verhandelt. Die Fraktionen von Ghuta und ihre Kämpfer und ihr Volk halten an ihrem Land fest und werden es verteidigen“, erklärte Hamsa Birkdar von der Gruppe Dschaisch al-Islam heute gegenüber Reuters.

Die Regierung in Moskau ist neben dem Iran der wichtigste Unterstützer von Syriens Präsident Assad. Gestern bot Russland Rebellen und ihren Familien den sicheren Abzug aus Ostghuta an, der letzten Hochburg der Aufständischen vor den Toren von Damaskus. Die Rebellen warfen der Regierung in Moskau vor, die Bevölkerung aus dem Umland der Hauptstadt vertreiben zu wollen.

UNO berät über Syrien

Angesichts der anhaltenden Kämpfe in Syrien tritt der UNO-Sicherheitsrat heute zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, um über Konsequenzen aus dem Scheitern der beschlossenen 30-tägigen Waffenruhe zu ziehen. Das Gremium hatte am 24. Februar nach langen Verhandlungen mit der Billigung Russlands eine Resolution verabschiedet, die eine 30-tägige landesweite Waffenruhe fordert, um Hilfslieferungen zu ermöglichen und Verletzte zu bergen. Allerdings blieben zentrale Fragen zu ihrem Beginn und der Umsetzung ungeklärt.