Strafzölle: „USA streben keinen Handelskrieg an“

Die USA streben nach den Worten ihres Handelsministers Wilbur Ross „keinen Handelskrieg“ an. Der Minister sagte heute dem Sender CNBC, die Entscheidung für Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte sei „wohldurchdacht“ getroffen worden.

EU erwägt Gegenmaßnahmen

Die EU-Kommission hatte zuvor mehrere Reaktionsmöglichkeiten in den Raum gestellt. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström forderte die USA auf, die „Sache nochmals zu überdenken“. Zu den möglichen EU-Gegenmaßnahmen zählen eine WTO-Klage und Zölle auf verschiedene US-Produkte.

Malmström erklärte, US-Präsident Donald Trump werde wahrscheinlich in den nächsten Tagen Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium anordnen. Die Begründung mit der nationalen Sicherheit kritisierte Malmström, sie sprach von „verschleierten Schutzmaßnahmen“. Diese seien „extrem unfair“ und „alarmierend“.

Kritik auch aus Australien

Deutliche Kritik an der Abschottungspolitik der USA kam auch aus Australien. Die angekündigte Einführung hoher Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte sei „höchst bedauerlich und eine schlechte Politik“, sagte der Chef der australischen Zentralbank, Philip Lowe.

Sollte es bei den bisherigen Ankündigungen bleiben, seien die Zölle zwar schlecht, aber noch verkraftbar. Eine Eskalation des Handelskonflikts hätte dagegen schwere Folgen, sagte der Währungshüter: „Wenn es Vergeltungs- und Gegenvergeltungsmaßnahmen geben wird, könnte dies zu einem sehr großen Schock für die Weltwirtschaft führen.“ Andere Staaten sollten nun am besten nichts tun, abwarten und weiterhin für einen freien Handel plädieren.