Ostghuta: Syrische Truppen rücken weiter vor

Syrische Regierungstruppen sind gestern Abend tief in das Rebellengebiet Ostghuta vorgerückt. Unter dem Schutz von Artillerie hätten die Soldaten und verbündete Milizen einen Keil in das Rebellengebiet bei Damaskus getrieben, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien. Das Gebiet sei praktisch in einen Nord- und einen Südteil geteilt.

Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen nach eigenen Angaben von Aktivisten an Ort und Stelle. Seit Beginn ihres Vormarsches eroberten die regierungstreuen Truppen den Angaben zufolge rund die Hälfte der zuvor von Rebellen gehaltenen Gebiete in der Region Ostghuta. Die Rebellen versuchen, über Gespräche mit der Türkei eine Waffenruhe zu erreichen. Die Türkei spricht sich im Syrien-Krieg mit Russland ab, dem wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung.

Hilfslieferung verschoben

Das Rote Kreuz musste einen für heute geplanten Hilfskonvoi für die notleidenden Zivilisten verschieben. Die Lage sei derzeit zu unsicher, um die Hilfen wie geplant auszuliefern, sagte eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Am Montag war der Versuch einer ersten Hilfslieferung abgebrochen worden, nachdem der Konvoi unter Beschuss geraten war.

Ostghuta wird seit 2013 von Regierungstruppen belagert und mehrheitlich von islamistischen Rebellengruppen kontrolliert. In dem Kampfgebiet sollen 400.000 Menschen leben.