MSF: Mehr als 1.000 Tote durch Offensive nahe Damaskus

Seit Beginn der heftigen syrischen Militäroffensive auf die Rebellenhochburg Ostghuta bei Damaskus sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mindestens 1.005 Menschen getötet worden. Zudem seien 4.829 Menschen seit etwa Mitte Februar verletzt worden.

„Jeden Tag hören wir von mehr Hoffnungslosigkeit, während unsere medizinischen Kollegen die Grenzen dessen erreichen, was eine Person ertragen kann“, sagte gestern die Generaldirektorin von MSF, Meinie Nicolai. 15 der 20 von MSF unterstützten Krankenhäuser und Kliniken seien im Zuge der Offensive beschossen oder bombardiert worden.

400.000 Menschen von Außenwelt abgeschnitten

Ostghuta gehört zu den letzten Gebieten Syriens unter Kontrolle von überwiegend islamistischen Rebellengruppen. Die Region hat in den vergangenen fast drei Wochen die schwersten Angriffe syrischer Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkrieges vor rund sieben Jahren erlebt. In dem seit 2013 belagerten Rebellengebiet sind bis zu 400.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die humanitäre Lage ist nach Angaben von Hilfsorganisationen dramatisch.

Da es in dem Gebiet östlich der syrischen Hauptstadt Damaskus viele medizinische Einrichtung gibt, die nicht von MSF unterstützt werden, schätzt die Organisation die Zahl der Opfer noch deutlich höher ein.