Türkische Armee laut Erdogan vor Einnahme Afrins

Türkische Truppen stehen nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan unmittelbar vor der Einnahme der Stadt Afrin in der gleichnamigen kurdischen Enklave im Nordwesten Syriens.

Der Belagerungsring um den Ort sei geschlossen, sagte Erdogan in einer heute im Fernsehen übertragenen Rede in Ankara. In die Region Afrin ist die türkische Armee im Jänner einmarschiert, um die kurdische Miliz YPG zu bekämpfen.

Erdogan: YPG von gesamter Grenze vertreiben

Im Anschluss an die Afrin-Offensive will die türkische Armee die YPG in Syrien nach den Worten von Erdogan über die gesamte Länge der türkischen Grenze vertreiben. „Heute sind wir in Afrin, morgen werden wir in Manbidsch sein. Übermorgen werden wir gewährleisten, dass der Osten des Euphrats bis zur irakischen Grenze von Terroristen gesäubert wird, so Gott will.“ Der entsprechende Streifen östlich des Euphrats an der syrisch-türkischen Grenze ist etwa 400 Kilometer lang.

Erdogan sagte, die Truppen seien bei der „Operation Olivenzweig“ in der Region Afrin bis auf sechs Kilometer vor Afrin-Stadt vorgerückt und bereiteten sich auf deren Belagerung vor. „Wir beseitigen die letzten Hindernisse, die einer Belagerung des Zentrums von Afrin im Wege stehen.“ Er kritisierte erneut, dass die USA die YPG finanziell und mit Waffen unterstützten: „Was sind wir für Verbündete?“

USA kooperieren mit YPG

Die USA sehen in der YPG einen zuverlässigen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Die Türkei stuft die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) dagegen als Terrororganisation ein.

Zuletzt hatten türkische Truppen und mit ihnen verbündete syrische Rebellen nach Berichten staatlicher Medien den Ort Dschinderes eingenommen. Damit brachten sie eine der größten Ortschaften in der Region unter ihre Kontrolle.

Die türkischen Streitkräfte hatten am 20. Jänner eine Offensive gegen die YPG in der Region Manbidsch gestartet. Dass sie nur langsam vorankommen, liegt nach Angaben der türkischen Regierung daran, dass die Soldaten Rücksicht auf Zivilisten nehmen.