Tadschikistan und Usbekistan legen Feindschaft bei

In Zentralasien nähern sich die beiden früheren Sowjetrepubliken Tadschikistan und Usbekistan nach langen Jahren des Misstrauens einander langsam wieder an.

Der neue usbekische Präsident Schawkat Mirsijajew besuchte heute seinen tadschikischen Amtskollegen Emomali Rachmon in Duschanbe. „Die tadschikisch-usbekischen Beziehungen sollen in Kürze das Niveau einer strategischen Partnerschaft erreichen“, sagte er laut örtlichen Medienberichten.

Grenzverlauf lange umstritten

Neben anderen Dokumenten unterzeichneten die Präsidenten einen Grenzvertrag, der über ein Vierteljahrhundert nach Auflösung der Sowjetunion 1991 die Grenze endgültig festlegt. Ab 2000 hatte der damalige usbekische Präsident Islam Karimow die Grenze im Hochgebirge verminen lassen, um angeblich ein Eindringen islamistischer Terroristen aus Tadschikistan zu verhindern. Dadurch kamen viele tadschikische Viehhirten und Bauern ums Leben.

Karimow, gestorben 2016, galt als einer der härtesten Diktatoren in Zentralasien und schottete sein Land ab. Mirsijajew verfolgt seit Amtsantritt Ende 2016 eine vorsichtige Lockerung und bemüht sich um ein besseres Verhältnis zu den Nachbarn. Für Ende März hat er zu einer internationalen Konferenz über Afghanistan eingeladen.

Der Hochgebirgsstaat Tadschikistan ist das ärmste Land der Region und lebt vor allem von Überweisungen seiner Gastarbeiter aus Russland. Der Wüstenstaat Usbekistan ist nicht viel reicher, zählt aber die meisten Bewohner in Zentralasien. Es gibt Baumwollanbau und eine schwach entwickelte Industrie. Beide Länder grenzen im Süden an Afghanistan.