Künstlergruppe kaperte virtuell MoMA-Werke

Eine Künstlergruppe hat einige Gemälde im Museum of Modern Art (MoMA) in New York virtuell gekapert und diese in eine Galerie für „Augmented Reality“ verwandelt - ohne Vorwarnung an das Museum. Bei der abgekürzt als AR bekannten Technik werden auf dem Handydisplay verschiedene Texte, Grafiken oder Animationen über einen Gegenstand gelegt, sobald die Kamera auf dieses Objekt zeigt.

„Hello, we’re from the internet“ (Hallo, wir sind aus dem Internet) heißt die Ausstellung von acht Künstlern, die MoMA-Besucher mit einer speziellen App im Smartphone oder Tablet sehen können. Die virtuellen Werke erscheinen dort über Gemälden von Jackson Pollock (1912-1956), einem der bekanntesten Vertreter des abstrakten Expressionismus.

Traumwelt und Fehlermeldung

Über Pollocks berühmten „One: Number 31, 1950“ erscheint im Display etwa ein Schwarzweißfoto Pollocks neben einem virtuellen Raum voller symbolischer, traumartiger Gegenstände. Über anderen Pollock-Arbeiten erscheinen sich verschiebende Computerchips oder ein sich drehendes Rädchen in Regenbogenfarben mit den Worten „Painters Block!!!“ (Malerblockade). Über Pollocks Gemälde „Number 1A, 1948“ erscheint eine fiktive Fehlermeldung.

Kunst werde „von ‚der Elite‘ besessen, bewertet und definiert“, heißt es auf der Website zur „MoMAR“ getauften Schau, mit der „physische Ausstellungsräume, Museen und das Kuratieren von Kunst darin“ demokratisiert werden sollen. Den Quelltext für ihre Software stellen die Macher frei zur Verfügung und wollen damit zum Nachahmen anregen: „Mach’ damit, was immer du willst. Du musst uns nicht einmal verlinken. Wir sind gespannt, was wir in der Zukunft sehen werden.“