Manbidsch: Türkei verständigt sich mit USA

Die Türkei hat nach den Worten von Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit den USA eine Verständigung über die Kurdenhochburg Manbidsch in Syrien erzielt. Es handle sich jedoch nicht um ein Abkommen, schränkte Cavusoglu heute ein. Ein solches werde angestrebt, um zu klären, wer nach dem Abzug der kurdischen YPG-Miliz die Kontrolle über die Stadt habe.

Weitere Vorstöße angekündigt

Dort sind derzeit auch US-Soldaten stationiert, mit denen die YPG im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbündet ist. Die Türkei betrachtet die YPG als Terrororganisation. Die Vereinbarung über Manbidsch solle Modell für alle von der YPG kontrollierten Gebiete sein, sagte Cavusoglu.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach der Einnahme der Stadt Afrin am Wochenende weitere Vorstöße in Kurdengebiete im Norden Syriens angekündigt. Mit der im Jänner begonnenen Offensive versucht die Türkei, den Einfluss der YPG zurückzudrängen. Sie will zudem verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet.

Merkel verurteilt türkische Offensive

Der Irak warnte die Türkei vor einem Einmarsch ihrer Truppen in sein Staatsgebiet. Man werde auf seinem Boden keine Präsenz irgendwelcher Kräfte zulassen, die Militäroperationen ausführten, sagte der irakische Außenminister Ibrahim al-Dschafari in Bagdad.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte die Militäroffensive der Türkei gegen die kurdische YPG-Miliz in Syrien erstmals deutlich. „Bei allen berechtigten Sicherheitsinteressen der Türkei ist es inakzeptabel, was in Afrin passiert, wo Tausende und Abertausende von Zivilisten verfolgt sind, zu Tode kommen oder flüchten müssen“, so Merkel. „Auch das verurteilen wir auf das Schärfste.“