Warnhinweis für Netflix’ „Tote Mädchen lügen nicht“

Sexuelle Gewalt, Mobbing, Drogenmissbrauch und Suizid: Mit der Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ („13 Reasons Why“) hat der US-Streamingdienst Netflix im Vorjahr für Kontroversen gesorgt. Die Serie beleuchtet den Tod der Schülerin Hannah Baker, die in Audiokassetten die 13 Gründe für ihren Suizid für die Nachwelt festgehalten hat.

US-Gesundheitsorganisationen warnten davor, dass die Serie bei Jugendlichen mit psychischen Problemen eine Verschlechterung des Zustandes hervorrufen könne. In Neuseeland dürfen Minderjährige sie nur im Beisein Erwachsener sehen.

Studie soll Netflix absichern

Aufgrund der heftigen Kritik hat Netflix die zweite Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“ mit Videowarnhinweisen versehen. Zugleich versucht sich der Streamingdienst mit einer Studie der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois abzusichern.

Dem Forschungsbericht zufolge hätten „fast drei Viertel“ von 5.000 befragten jugendlichen und minderjährigen Sehern der Serie angegeben, dass die Serie ihnen geholfen habe, „harte Themen“ zu verarbeiten, so Netflix. Zudem habe die Hälfte der Befragten angegeben, sich bei Personen entschuldigt zu haben, die sie schlecht behandelt hätten.

Themen werden nachbesprochen

Die für die Studie interviewten Eltern wiederum gaben laut Netflix an, sich zusätzliche Infos über die angesprochenen „harten Themen“ zu wünschen. Auch dem trägt der Streamingdienst Rechnung: Auf der Website 13ReasonsWhy.Info geben Gesundheitsexpertinnen und -experten Auskunft über psychische Erkrankungen. Zusätzlich wurde eine „Aftershow“ produziert, in der Fachleute die Themen der jeweiligen Episode nachbesprechen.