SPÖ will Aufklärung von Kneissl in T-Shirt-Affäre

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim will von FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl Aufklärung im Fall Jürgen-Michael Kleppich. Kneissl hat den Attache an der österreichischen Botschaft in Israel zurückbeordert, nachdem der „Falter“ berichtet hatte, dass Kleppich ein Bild von sich in einem T-Shirt aus einem Shop der rechtsextremen Identitären auf Facebook gepostet hatte.

„Es ist absolut unbegreiflich, wie es dazu kommen konnte, dass ein Rechtsextremer, der sich mit der NS-Vergangenheit seiner Familie brüstet, Gesandter an der österreichischen Botschaft in Israel wurde“, schrieb Jarolim heute in einer Aussendung. Er kündigte eine Anfrage an Kneissl an, „um zu erfahren, wie es zur Bestellung von Jürgen Kleppich kommen konnte (...)“.

Hier werde man sich auch die Verantwortung von Kneissls Vorgänger, dem heutigen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), ansehen müssen. Nicht ganz 100 Tage im Amt, stolpere „Schwarz-Blau (...) fast schon täglich von einem rechtsextremen ‚Einzelfall‘ in den nächsten“. Jarolim sieht dadurch kurz vor der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs den „massivstmöglichen Schaden für Österreichs internationale Reputation“.

Kneissl prüft Umstände

„Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwelche rechten Aktivitäten im Dunstkreis der FPÖ bekanntwerden, die immer wieder verschämt als ‚Einzelfälle‘ abgetan werden“, stellte auch die außenpolitische Sprecherin der Liste Pilz, Alma Zadic, fest. „Die vermeintlichen Freizeitaktivitäten des Herrn Kleppich sind inakzeptabel und mit dem Amt eines offiziellen Repräsentanten der Republik nicht vereinbar.“

Das Leiberl auf dem Bild, das Kleppich kurz nach Dienstantritt in Tel Aviv im Jänner 2018 postete, stammt laut „Falter“ aus dem Sortiment von „Phalanx Europa“, dem Onlinehandel des rechtsextremen Identitären Martin Sellner. Kleppich ist auch FPÖ-Bezirksrat in Wien-Leopoldstadt und Mitglied der deutschnationalen Mittelschulverbindung Vandalia.

Laut „Falter“ hatte Kleppich einige Monate zuvor ein Bild seines Großvaters in Nazi-Uniform mit Hakenkreuz gepostet. Außenministerin Kneissl will die Umstände klären und die „in den Medien erhobenen Vorwürfe einer rechtlichen Prüfung unterziehen“, wie das Außenamt mitteilte.