Giftgasattacke: EU beruft Botschafter in Moskau zurück

Im Konflikt um den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Spion in Großbritannien ruft die EU ihren Botschafter in Moskau für Konsultationen zurück. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollten damit ihre Entschlossenheit zeigen, sagte ein EU-Vertreter in der Nacht.

Die Staats- und Regierungschefs hatten zuvor bei ihrem Gipfel in Brüssel geschlossen erklärt, es sei „höchst wahrscheinlich“, dass Russland für den Anschlag verantwortlich sei.

Keine Strafmaßnahmen in Gipfelerklärung

Damit schlossen sich die EU-Mitglieder deutlicher als bisher der Einschätzung der britischen Regierung an, die den Giftanschlag als politisch motivierten Angriff Russlands auf britischem Boden wertet. Von Strafmaßnahmen gegen Russland war in der Gipfelerklärung zwar nicht die Rede. Die Mitgliedstaaten wollen sich aber weiter „zu den Konsequenzen abstimmen, die im Lichte der von der russischen Regierung gelieferten Antworten gezogen werden sollten“.

Der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury vergiftet worden. Sie liegen weiter im Koma. London zufolge wurden beide mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet, das zu Zeiten der Sowjetunion entwickelt wurde.