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Mehrere Verletzte

Der Geiselnehmer in einem Supermarkt in Südfrankreich ist nach Medienberichten tot. Er wurde von Einsatzkräften getötet. Der Täter war ein den Behörden bekannter Islamist, er bekannte sich auch zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der Mann hatte zunächst beim Raub eines Autos eine Person getötet, dann auf einen Polizisten geschossen und sich anschließend in einem Supermarkt verschanzt, wobei zwei Menschen starben.

Im südfranzösischen Carcassonne war zunächst ein Polizist verletzt worden, als der Täter das Feuer auf Beamte eröffnete, die gerade vom Jogging zurückkamen. Er feuerte aus einem Auto auf die Gruppe. Am frühen Nachmittag wurde in Carcassonne eine Leiche gefunden. Den Behörden zufolge soll es sich um einen Autobesitzer handeln, dessen Wagen vom Täter gestohlen wurde. Eine zweite Person soll dabei verletzt worden sein.

Offenbar schwer bewaffnet

Nach den Schüssen auf die Polizisten fuhr der Täter in die Kleinstadt Trebes und stürmte den Supermarkt. Bei Schüssen starben mindestens zwei Menschen, es soll sich um einen Kunden und einen Angestellten handeln.

Laut Medien soll er nicht nur Schusswaffen, sondern auch Messer und Granaten bei sich gehabt haben. Rund 20 Menschen konnten aus dem Supermarkt fliehen. Er soll „Allahu akbar“ gerufen haben. Zudem habe er internationale Luftangriffe in Syrien angeprangert.

Mann wurde observiert

Der Geiselnehmer wurde rasch identifiziert: Der 25-jährige Marokkaner war der Polizei bekannt. Zunächst hieß er soll von den französischen Nachrichtendiensten bereits als potenzieller Islamist observiert worden sein.

Geiselnahme in Frankreich: Täter getötet

Ein mutmaßlicher Islamist tötete in Südfrankreich drei Menschen und verschanzte sich mit zahlreichen Geiseln in einem Supermarkt. Der Mann wurde von Einsatzkräften getötet.

Bekannt war er wegen kleinerer Delikte, sagte Innenminister Gerard Collomb. „Wir haben ihn beobachtet. Wir dachten, dass es keine Radikalisierung gibt. Er ist plötzlich zur Tat geschritten, obwohl er schon überwacht wurde.“ Die Terrormiliz IS reklamierte die Geiselnahme für sich. Der Angreifer sei ein „Soldat des Islamischen Staates“, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Freitag.

Freilassung von Abdeslam gefordert

Französische Medien berichteten, der Mann habe die Freilassung von Salah Abdeslam gefordert. Der französischer Terrorist marokkanischer Abstammung gilt als einer der Hauptverdächtigen der Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris. Ein Polizist verhandelte mit dem Täter, er soll bei dem Einsatz Schusswunden erlitten haben und schwer verletzt sein. Der Beamte hatte sich laut „Le Figaro“ im Austausch für die letzte Geisel freiwillig zum Täter begeben. Innenminister Collomb sprach von einer heldenhaften Tat.

Geiselnahme in Frankreich

Reuters/LA VIE A TREBES

Schwer bewaffnete Einsatzkräfte

Macron spricht von Terrorakt

Der französische Regierungschef Edouard Philippe sprach während des Einsatzes von einer „ernsten Situation“. Alles deute auf einen Terrorakt hin. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris nahm Ermittlungen auf. Spezialkräfte wurden an den Ort des Geschehens geschickt, mehrere Hubschrauber überflogen den Tatort.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Angriffe und die Geiselnahme in Paris nach seiner Rückkehr vom EU-Gipfel in Brüssel als islamistischen Terroranschlag. Eine Untersuchung müsse nun klären, wann und wie der Angreifer sich radikalisiert habe und wo er sich seine Waffe beschafft habe. Analysiert werde auch die Mitteilung des IS, der die Tat für sich reklamierte.

Frankreich als Terrorziel

Die Schüler der südfranzösischen Kleinstadt blieben während der Geiselnahme in ihren Schulen. Das teilte die zuständige Schulbehörde auf Twitter mit. Die Behörde rief die Eltern auf, nicht zu den Schulen zu kommen. Berichten von Reportern an Ort und Stelle zufolge war die kleine Stadt weiträumig für Autos abgesperrt.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert. Seit 2015 sind bei Anschlägen von IS-Anhängern in Frankreich mehr als 240 Menschen getötet worden. Die Behörden sprechen regelmäßig von hoher Gefahr. Innenminister Gerard Collomb hatte Ende Februar berichtet, dass zwei Anschläge auf eine Sportstätte und auf Militärkräfte vereitelt worden seien.

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