„Profil“: Nordkorea intervenierte wegen Passmusters

Nordkorea hat Ende 2017 in zwei österreichischen Ministerien interveniert und unter anderem „gründliche Ermittlungen“ und „angemessene Maßnahmen“ in der BVT-Passaffäre eingemahnt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner morgen erscheinenden Ausgabe.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) hatte 2016 mit Billigung des Innenressorts drei nordkoreanische Passmuster aus österreichischer Produktion an die südkoreanischen Sicherheitsbehörden übergeben. Diese Operation ist nun Teil eines Ermittlungsverfahrens der Korruptionsstaatsanwaltschaft, das Schreiben der Nordkoreaner (in englischer Sprache) Teil des Gerichtsakts.

Darin heißt es: „Dass das Innenministerium diese Muster illegal und ohne vorherige Zustimmung der DPRK (Volksrepublik Korea, Anm.) herausgegeben hat, beeinträchtigt das Vertrauen in die österreichische Seite und missachtet internationale Gesetze und Usancen, das kann durch nichts gerechtfertigt werden ... Die DPRK bedauert den Fall zutiefst und erwartet, dass die österreichische Seite die gebotene Verantwortung übernimmt, gründliche Ermittlungen anstrengt und angemessene Maßnahmen ergreift.“

Das Schreiben der nordkoreanischen Botschaft in Österreich ist mit 21. Dezember 2017 datiert und wurde an das Innen- und das Außenministerium geschickt.