Vorerst keine Flüchtlinge mehr auf Lampedusa

Der Hotspot auf der süditalienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ist wegen Restaurierungsarbeiten vorübergehend geschlossen worden. Die letzten 47 tunesischen Flüchtlinge, die sich darin aufhielten, haben die Insel verlassen, berichtete heute die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Die Renovierungsarbeiten beginnen in den nächsten Tagen. Unter anderem soll das Videoüberwachungssystem verstärkt werden. Die Restaurierung war vor zwei Wochen vom Innenministerium angekündigt worden. Der Beschluss wurde gefasst, nachdem Flüchtlinge einen Teil des Hotspots in Brand gesetzt hatten.

„Ende eines Alptraumes“

Der Bürgermeister der Insel, Salvatore Martello, hatte zuletzt wiederholt beklagt, dass Lampedusa zu einem „Hotspot unter freiem Himmel“ geworden sei. Die Schließung des Hotspots bezeichnete er als „Ende eines Alptraumes“. Zuletzt war es immer wieder zu Problemen mit den tunesischen Flüchtlingen auf der Insel gekommen, beklagte sich der Bürgermeister.

„Ich erwarte mir, dass Lampedusa eine ruhige Sommersaison erleben kann. Wir hoffen in Zukunft, in Ruhe auf unserer Insel leben zu können. Wir haben jahrelang mit dem ständigen Druck der Flüchtlingsankünfte gelebt, ohne reagieren zu können. Das war wirklich ein Drama“, sagte Martello.