USA gewähren Südkorea Ausnahmen bei Strafzöllen

Als erster Staat hat sich Südkorea mit den USA auf eine dauerhafte Ausnahme von den seit Freitag geltenden Stahlzöllen geeinigt. Die beiden Länder hätten sich auf eine Quote für Importe an südkoreanischem Stahl in die USA verständigt, teilte das Handelsministerium in Seoul heute mit.

Künftig könnten 2,68 Millionen Tonnen Stahl - 70 Prozent der durchschnittlichen jährlichen Menge - zollfrei in die USA geliefert werden. Im Gegenzug dürfen US-Autokonzerne nun mit je 50.000 Fahrzeugen jährlich doppelt so viele Autos wie bisher nach Südkorea exportieren, die zwar US-Sicherheitsregeln, aber nicht notwendigerweise koreanischen Standards genügen.

Der südkoreanische Stahlverband zeigte sich erleichtert, die Aktien von heimischen Stahlunternehmen verbuchten Kurssprünge.

Trump gewährte schon mehrere Ausnahmen

US-Präsident Donald Trump hat Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und zehn Prozent auf Aluminiumimporte verhängt, um die eigene Industrie vor allem vor Billigimporten aus China zu schützen. Vorübergehende Ausnahmen von den Zöllen gewährte er sechs Handelspartnern, darunter Kanada, Mexiko und nach Verhandlungen auch der Europäischen Union.

Trump hatte im vergangenen Jahr in einem Reuters-Interview angekündigt, das „schreckliche“ Handelsabkommen mit Südkorea entweder neu verhandeln oder aussteigen zu wollen. Er kritisierte das hohe Defizit im Handel zwischen den USA und Südkorea. Das Land ist der drittgrößte Stahlexporteur in die USA und der weltgrößte Importeur von chinesischem Stahl.

USA schicken Aufgabenliste an China

Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider sollen die USA China unterdessen aufgefordert haben, Zölle auf Autos aus den USA zu senken und US-Firmen größeren Zugang zu seinem Finanzsektor einzuräumen. Außerdem solle China mehr Halbleiter aus den USA importieren. Trump hatte auch das Handelsdefizit zwischen den USA und China kritisiert.

US-Finanzminister Steven Mnuchin und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hätten dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Liu He eine Liste von Aufgaben geschickt, die die US-Regierung erfüllt sehen wolle, so die Zeitung weiter. Am Wochenende hätten Mnuchin und Liu miteinander telefoniert, um die Chancen für eine Annäherung auszuloten.

Man sei bereit, in Gesprächen mit den USA Differenzen auszuräumen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking heute. Die USA wollten sich zu den Berichten nicht äußern.