„Nord Stream 2“ in Deutschland genehmigt

Dem Bau und Betrieb der umstrittenen Gaspipeline „Nord Stream 2“ steht genehmigungsrechtlich in Deutschland nichts mehr entgegen. Das deutsche Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erteilte nach Angaben der Projektgesellschaft von heute die letzte erforderliche Genehmigung für einen rund 30 Kilometer langen Trassenabschnitt.

„Sämtliche Genehmigungen für den deutschen Abschnitt liegen nunmehr vor“, so das Unternehmen. Die nationalen Genehmigungsverfahren in den anderen vier beteiligten Ländern Russland, Finnland, Schweden und Dänemark gingen planmäßig weiter, sodass die Baumaßnahmen 2018 umgesetzt werden könnten.

Die gut 1.200 Kilometer lange Pipeline soll russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland bringen. Die Federführung liegt beim russischen Staatskonzern Gasprom. An der Finanzierung sind unter anderem der Energiekonzern Uniper, die BASF-Tochter Wintershall und die OMV beteiligt. Die Pipeline „Nord Stream 1“ ist seit 2011 in Betrieb.

Sorge in Osteuropa

Das Projekt entzweit seit Jahren vor allem Deutschland und Polen, das in Russland eine große Bedrohung sieht. Auch in den baltischen Staaten und Teilen der EU wird das Vorhaben kritisch gesehen. Polen sieht zudem die Gefahr, dass sein Nachbarland Ukraine als Transitland für russisches Gas durch die Leitung abgeschnitten wird.

Auch in den USA gibt es Vorbehalte. Dagegen betrachtet die Bundesregierung „Nord Stream 2“ als eine vorwiegend unternehmerische Entscheidung, die zum Ausbau der Gasinfrastruktur in Europa beiträgt.