FB-Chef Zuckerberg will nicht vor britischen Ausschuss

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will wegen des Datenskandals nicht vor einem britischen Parlamentsausschuss aussagen. Stellvertreter würden dem Ausschuss Rede und Antwort stehen, teilte das weltgrößte Soziale Netzwerk heute mit.

Facebook steht unter immensem Druck, Antworten darauf zu liefern, wie es zum Missbrauch der Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern durch die britische Analysefirma Cambridge Analytics kommen konnte. Neben Abgeordneten fordern Datenschützer weltweit Erklärungen hinsichtlich der Rolle des Konzerns in der Affäre.

Facebook zufolge wird vor dem britischen Parlamentsausschuss entweder Technologiechef Mike Schroepfer oder Produktchef Chris Cox auftreten. Der Ausschussvorsitzende Damian Collins sagte, das sei „erstaunlich“. Die Abgeordneten würden gern Zuckerberg persönlich befragen, vielleicht sei das auch über eine Videoleitung möglich.

Weitere Ladung vor US-Senat

Dabei sind nicht nur britische Abgeordnete an einem Auftritt Zuckerbergs interessiert: Der Justizausschuss des US-Senats hat ihn neben den Chefs des Google-Mutterkonzerns Alphabet und des Kurznachrichtendienstes Twitter für den 10. April eingeladen.

EU-Kommission setzt Konzern Frist

Darüber hinaus setzte die EU-Kommission Facebook eine zweiwöchige Frist, um die Fragen zum Datenskandal zu beantworten. Justizkommissarin Vera Jourova richtete ein Schreiben an den Internetriesen mit der Aufforderung, die Rolle des Unternehmens Cambridge Analytica aufzuklären und die Frage zu beantworten, ob die persönlichen Daten europäischer Facebook-Nutzer betroffen waren.

Seit Bekanntwerden des Skandals hat die Facebook-Aktie an der Wall Street deutlich an Wert verloren. In den vergangenen Tagen hat sich der 33-jährige Firmenchef immer wieder in Interviews entschuldigt.

Zu der Charmeoffensive gehörten auch ganzseitige Anzeigen in überregionalen Zeitungen in den USA, Großbritannien und zuletzt auch in Deutschland. Facebook geht es dabei vor allem darum, Werbekunden und Nutzer zu halten, die vom Skandal und der fehlenden Transparenz bei den Datenschutzregeln abgeschreckt sind.